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Geldern
Kunst im Wasserturm - und außerhalb

Geldern: Kunst im Wasserturm - und außerhalb
Der Wasserturm bietet ausreichend Platz, um das Werk von Corine van der Werf zur Wirkung kommen zu lassen. Auf der Treppe, die die Etagen des Turms verbindet, lässt sich die Perspektive auf das Objekt verändern. FOTO: Gottfried Evers
Geldern. Beim Gelderner Turmstipendium übernahmen drei Künstlerinnen die Aufgabe, den Raum im Turm und davor zu gestalten. Mariel Poppe, Carolin Schreier und Corine van der Werf stellten ihre Werke jetzt der Öffentlichkeit vor. Von Paul Foreman

Bei der 18. Auflage des Gelderner Turmstipendiums übernahmen in diesem Jahr drei Frauen die kreative Aufgabe, die Ausstellung zu erstellen. Am 1. August begann das Trio aus Mariel Poppe, Carolin Schreier und Corine van der Werf und schloss nach vier Wochen mit den Arbeiten ab. Am vergangenen Sonntag war dann unweit des Gelderner Bahnhofs der Moment gekommen, an dem die Kunst erstmals vollständig der Öffentlichkeit präsentiert wurde.

Dafür herrschten bei strahlendem Sonnenschein die optimalen Bedingungen am Wasserturm. Peter Busch von "Kuhnst Turm" und Gabriele Fritz vom Kunstverein Gelderland richteten zu Beginn der Ausstellung ein paar Worte an die Besucher. Der dritte Veranstalter im Bunde waren die Freizeitkünstler Geldern. Über die Kunstwerke selber wurde dabei nicht gesprochen, eher wurde betont, dass die Ausstellung einen Dialog zwischen Künstlern und Betrachtern ermöglichen soll und Geldern als Kunststadt weitergebracht wird.

Anschließend erhielten die Zuschauer die Gelegenheit, die Ausstellungsobjekte zu betrachten. Sowohl innerhalb als auch außerhalb des Turms gab es einiges zu entdecken. Dazu gehörte beispielsweise die Arbeit von Mariel Poppe, die Skulpturen aus Ziegelsteinen erstellte. Die Berlinerin arbeitet schon seit längerer Zeit mit Ziegelsteinen, bisher waren es jedoch immer nur Modellsteine im Maßstab von 1:10. Im Rahmen des Gelderner Turmstipendiums bot sich ihr nun die Gelegenheit, echte Ziegelsteine zu verwenden. "Manches ist ganz ähnlich, manches aber total anders. So musste ich viel mehr auf die Statik achten", erzählte Poppe. Die größeren Skulpturen wurden im Garten platziert, innerhalb des ehemaligen Wasserturmes befanden sich etwas kleinere Arbeiten aus den Ziegelsteinen.

Carolin Schreier, eine weitere Künstlerin aus der Hauptstadt, präsentierte dagegen Werke aus Papier. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf einer übergroßen Latzhose aus zunächst gefalteten und dann aneinander getackerten Papierstreifen. "In meiner Arbeit nehme ich Fragmente aus meiner Umgebung und füge sie zu etwas Abstraktem, zu etwas Großem zusammen", beschrieb Schreier die Vorgehensweise bei der Erstellung ihrer Objekte.

Die dritte Künstlerin Corine van der Werf stammt aus Baarn, das in den Niederlanden liegt. Sie entwarf im Rahmen des Turmstipendiums ebenfalls Kunst, die sowohl im Raum als auch im Garten zu sehen war. Die Installation im Garten war dabei gar nicht geplant, sondern entstand erst im vierwöchigen Arbeitsprozess. "Bei meiner Kunst verhalte ich mich zu den Räumlichkeiten", sagte van der Werf, die für ihre Werke oft die Umgebung betrachtet und in ihre Arbeit mit eingenommen hat.

Die drei Künstlerinnen erschufen nicht nur in den vier Wochen, sie lebten auch in den alten Wagen am Wasserturm. Die idyllische Umgebung hatte auf die Ausstellung einen klaren Einfluss. Bis zum 10. September stehen die Werke noch zur Verfügung, an jedem Samstag und Sonntag zwischen 11 und 17 Uhr können Interessierte die Kunst des Trios betrachten.

Quelle: RP
 
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