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Geldern
Kunterbuntes Geldern als Kunstdruck

Geldern. Im Schaufenster von Bücher Keuck sind aktuell die Arbeiten von Alex Bons zu sehen. Sie kommt aus Wetten, lebt in Obereyll, hat aber viele prägende Erinnerungen an die Drachenstadt. Von Bianca Mokwa

Alex Bons blättert in ihrer schwarzen Mappe. In der geht es bunt zu. Genauso wie im Schaufenster der Gelderner Buchhandlung Keuck. Dort sind einige Werke der Künstlerin aus Obereyll ausgestellt. Eigens dafür hat sie ein Bild der Drachenstadt angefertigt. Überschrieben ist es mit "Mein Geldern", denn auch wenn die Obereyllerin aus Wetten stammt, so verbindet sie doch einiges mit der Herzogstadt.

"Ich hab' meinen Mann bei Axmann kennengelernt", sagt sie lachend. Die Tanzschule war der Treffpunkt vieler Jugendlicher. Außerdem sei sie viel zur E-Dry gegangen, sagt die 49-Jährige lachend. Wer genau hinschaut, entdeckt in ihrem Geldern-Bild auch den schmalen E-Dry-Turm und natürlich jede Menge Gelderner Wahrzeichen. Noch ein Turm hat in ihrem Gemälde aus Tusche und Aquarell ein Plätzchen gefunden, der Wasserturm. Aus einem der oberen Fenster schaut Künstler Peter Busch heraus, unten hat sich die Künstlerin selbst verewigt, Saxofon spielend mit einer Freundin. "Einfach schöne Töne machen", nennt sie diese Treffen.

Und das Saxofon ist eigentlich auch daran schuld, dass es mit ihr und der Kunst richtig in Schwung kam. "Ich male, seitdem ich denken kann", sagt die Künstlerin. Sie besuchte zwei Jahre das Glockenspitz-Kolleg in Krefeld. Beruflich habe sie aber umgeschwenkt und ist Hauswirtschafterin geworden. "Kochen ist auch eine Kunst, und gegessen wird immer", sagt sie ganz pragmatisch. "Aber die Kunst war wirklich nie weg." Vor fünf Jahren hat sie dann mit dem Saxofonspiel angefangen und traf mit sich selber eine Abmachung. "Die Zeit, die ich mit dem Instrument verbringe, sollte ich auch der Kunst widmen, denn die war vorher da." Wo es sich ergab, hat Alex Bons gemalt, zum Beispiel ein neues, fröhliches Logo für den Marien-Kindergarten in Aldekerk und den Goldfisch Goldi bei der Kunststromaktion in Kerken, Karikaturen für das Heimatblatt, das in Aldekerk, Rahm, Obereyll und Stenden erscheint. Zur Landpartie hat sie als Hommage an ihre Heimat Wetten den von Mücken umschwirrten Kirchturm gemalt.

Ihre Lieblingsmittel sind Aquarell und Tusche, sie greift aber auch gerne zur Ölfarbe, wenn sich die Gelegenheit bietet. Geprägt in ihrem künsterischen Schaffen haben sie die Jahre 2015, 2016, als sie Teil einer Ateliergemeinschaft in Kempen war. "Da habe ich mit der Ölmalerei angefangen", sagt Alex Bons. Einen totalen Gegenpol zu diesen farbstrotzenden Arbeiten liefern die Collagen, die sie in ihrer schwarzen Mappe gesammelt hat.

Es sind die vielen Feinheiten, die Liebe fürs Detail, die ihre Bilder zu runden Geburtstagen oder Hochzeiten ausmachen. "Mir macht es Spaß, ins Detail zu gehen, Gesichtsausdrücke einzufangen und witzige Sachen reinzubringen", sagt die Künstlerin. Und so finden sich auf ihren Collagen Situationen, Aussprüche und besondere Merkmale der Jubilare wieder. Wie so etwas aussehen kann, ist im Schaufenster von Keuck zu sehen. Dort hat Alex Bons ihre persönliches Jahr 2017 skizziert. Jede Zahl ist mit anderen Merkmalen bestückt. Die "2" besteht aus lauter Katzen, die "0" ist bunt und enthält den Spruch "Kunst ist Leben, Leben ist Kunst", die "1" ist ein Saxofon, die "7" ist passenderweise die Leiter in den siebten Himmel, in dem sie mit ihrem Mann schon einmal Platz genommen hat. Die Bilder haben immer einen sehr fröhlichen Charakter und sind oft mit einem kleinen Augenzwinkern versehen. Es lohnt sich das genaue Hinschauen.

Bei Alex Bons hat schon früh jemand genau hingeschaut und die Weichen für ihr künstlerisches Handeln gestellt. Mit Geldern verbindet die Künstlerin auch ihre Schulzeit. Sie ist auf die Liebfrauenrealschule gegangen. Kunst hatte sie bei Schwester Geroldine. "Die war eine Institution", sagt die Obereyllerin. Und die legte mit folgendem Satz den Grundstein: "Du musst auf jeden Fall was machen", sagte sie zu der Schülerin, als die ihre ersten Kunstversuche unternahm. "Ich habe Schwester Geroldine viel zu verdanken", sagt Alex Bons. Es gibt eben Sätze, die ein Leben prägen. Und manchmal sieht man das Ergebnis in einem Schaufenster leuchten.

Quelle: RP
 
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