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Geldern
Lärmschutz für die Stadtkerntangente

Geldern: Lärmschutz für die Stadtkerntangente
Für den Lärmschutz an der Stadtkerntangente, die am Seehotel (links) vorbei führt, gibt es konkrete Vorschläge. Grundlage ist ein Gutachten. FOTO: Gerhard Seybert
Geldern. Gutachten schlägt Tempo 60 für die ganze Strecke vor. Lärmschutzwall für die Siedlung am Buchenweg wird diskutiert. Für die "Südumgehung" gibt es keine Chance. Für die Kapellener Straße ist die Stadt nicht zuständig. Von Sina Zehrfeld

Jetzt wissen die Anwohner, auf was sie sich einstellen können - oder, gegen was sie sich in Stellung bringen können: Für den Lärmschutz an der Stadtkerntangente, die am Seehotel vorbei führt, gibt es konkrete Vorschläge. Grundlage ist ein Gutachten.

Königsberger / Danziger Straße Das Gutachten besagt: Überall auf Königsberger und Danziger Straße "lärmmindernder" Asphalt und ein Tempolimit von 60 Stundenkilometern - das würde für den Lärmschutz genügen. Weitere Schallschutzmaßnahmen wären dann nicht mehr nötig. Mit Tempo 60 würde die Geschwindigkeitsbegrenzung sogar wieder gelockert. Derzeit gilt auf der Route nämlich überwiegend Tempo 50. Dazu sagt das Gutachten: "Eine solche Begrenzung wird man nicht dauerhaft aufrecht erhalten können." Die Erneuerung des Asphalts läuft bereits.

Lärmschutz an den Häusern Lärmgeplagte Bürger haben unter Umständen ein Recht auf so genannten "passiven Schallschutz": Schallschutzfenster zum Beispiel. Wird jedoch die Fahrbahn und Tempo 60 eingeführt, dürfte das laut Gutachten an Königsberger und Danziger Straße nicht der Fall sein. "Das Gesamtergebnis ist, dass es ohne Fensteraustausch geht", erklärt Peter Aengenheister vom Gelderner Amt für Stadtentwicklung.

Kapellener Straße Anwohner an dieser Straße werden an den Landesbetrieb Straßen NRW verwiesen. Denn sie liegt bereits jetzt nicht in der Verantwortung der Stadt, sondern des Landes. Man habe das Lärm-Gutachten weitergeleitet, sagt Aengenheister. "Welches Resümee der Landesbetrieb daraus zieht, bleibt abzuwarten." Bürgermeister Sven Kaiser ergänzt: "Es klingt blöd, wenn wir sagen, wir sind nicht zuständig - aber es ist so."

Lärmschutzwall für Buchenweg-Siedlung Ein Lärmschutzwall an der Königsberger Straße zwischen Clemensstraße und Niers ist laut Gutachten nicht nötig. Für die Menschen in der Siedlung am Buchenweg wäre er aber eine große Verbesserung. Ob etwas daraus wird oder nicht, das ist jetzt vor allem eine Frage des Geldes. Für den Bau müsste die Trasse der Königsberger Straße ein Stück verschoben werden. Die Stadt hofft, dass das Land - beziehungsweise, über den Umweg über das Land, der Bund - die Kosten dafür ganz oder zum großen Teil übernimmt. "Wir sind darüber im Gespräch mit Straßen NRW", sagt Kaiser. "In den nächsten zwei Monaten werden wir eine Rückmeldung bekommen." Die Kosten für das Projekt werden auf circa 800.000 Euro geschätzt. Würde man auf den Wall verzichten und nur den Straßenbelag sanieren, läge man bei etwa 300.000 Euro.

Südumgehung Der Bau der großen Umgehungsstraße, die den Verkehr südlich an Geldern vorbei lenkt, ist vom Tisch. Genauer: Das Konzept wird nicht in den neuen "Bundesverkehrswegeplan" aufgenommen. Dieser Plan benennt die Straßenbau-Projekte, die der Bund in Angriff nehmen will. Die "Südumgehung" sei zwar für Geldern von Bedeutung, jedoch "weniger prioritär" für den Fernstraßenverkehr insgesamt, begründet das Bundesverkehrsministerium.

Umwidmung Die Umwidmung der gesamten Strecke (Königsberger Straße, Danziger Straße, Kapellener Straße) zur B 58 n ist angedacht, aber noch nicht fest beschlossen. Die Stadt spricht darüber mit Land und Bund. Nichtsdestotrotz wurde schon mal ein möglicher Termin dafür ins Gespräch gebracht, nämlich Januar 2017. Nach einer Umwidmung wäre Straßen NRW für die gesamte Route zuständig.

Bürgerinformation Alle Anwohner der Stadtkerntangente sind zu einer Info-Veranstaltung eingeladen, die am Dienstag, 1. März, 18.30 Uhr, im Bürgerforum stattfindet. Die Fachleute sind dabei. Bürger können dann konkret auch nach dem eigenen Grundstück fragen.

Politische Beratung Das Gutachten zur Lärmminderung bietet Vorschläge an. Darüber beschließen muss aber die Politik. Und die große Frage betrifft den Lärmschutzwall: Kommt er, oder kommt er nicht? Sobald Straßen NRW sich zur Kostenfrage geäußert hat, werde man die Sache in die politische Beratung geben, kündigt Bürgermeister Kaiser an. Das wäre also voraussichtlich noch vor dem Sommer.

Quelle: RP
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