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Straelen
Land will Oberweg-Heim aufgeben

Straelen. Stadt verhandelt um Flüchtlingsunterkunft. Gerüchte auch in Geldern.

Seit September 2015 wird die ehemalige Jugendfreizeitstätte am Oberweg in Herongen von der Bezirksregierung genutzt, um Flüchtlinge unterzubringen. Jetzt sieht es danach aus, als sollte dieses Gebäude vom Land bald nicht mehr als Unterkunft benötigt werden.

Straelens Sozialdezernent Christian Hinkelmann berichtete im Haupt- und Finanzausschuss, dass in den nächsten Monaten vom Land Nordrhein-Westfalen insgesamt 10.000 Plätze in Flüchtlingsunterkünften abgebaut würden. Entsprechende Abfragen liefen bei den Kommunen. Es sei davon auszugehen, dass Herongen zu den Einrichtungen gehöre, die aufgegeben werden. Mit 100 Plätzen ist das Haus die kleinste Unterkunft im Regierungsbezirk Düsseldorf. Hinkelmann: "Das Land tendiert zu größeren Einheiten, weil sie, nicht zuletzt von den Kosten her, effizienter sind."

Die Stadt stehe mit der Bezirksregierung in Kontakt, um die Unterkunft zu halten. Ein Grund: Die Menschen, die dort Zuflucht finden, werden auf die Straelener Quote angerechnet. Ohne sie, so Hinkelmann, steige das städtische Aufnahme-Soll eben um die 100 Personen, für die Platz im Gebäude ist.

Voraussichtlich wird das Land die Unterkunft in Herongen zum 29. Februar aufgeben. Nach Hinkelmanns Darstellung wird die einstige Jugendherberge, die einem Privatmann gehört, dann als kommunale Unterkunft weiter betrieben - wegen der damit verbundenen Mietkosten mit Folgen auch für den Straelener Haushalt. Eine Alternative wäre, eine Unterkunft neu zu bauen. Eine weitere Möglichkeit wäre das Anmieten von Immobilien. Aber, so Hinkelmann, "der Markt ist ausgeschöpft". Außerdem suchten außer Flüchtlingen auch andere Menschen nach Wohnraum.

Gerüchte, dass auch die Notunterkunft des Landes aufgegeben werden soll, die in Geldern im ehemaligen Finanzamtsgebäude am Mühlenturm eingerichtet ist, haben derzeit noch keine Grundlage. Passanten war aufgefallen, dass fast alle Fenster dunkel waren und kaum noch jemand rund um den Gebäudekomplex unterwegs war.

Tatsächlich ist die Einrichtung zurzeit kaum belegt. Gerade mal 28 Personen waren gestern darin untergebracht, 232 Plätze sind also frei. Das sei aber Zufall, die Stadt rechne täglich mit Neuankömmlingen, wie Sprecher Herbert van Stephoudt erklärte. Vertraglich geregelt ist die Nutzung des Hauses bis Ende März. Man gehe aber davon aus, das danach eine neue Vereinbarung angeschlossen wird.

(kla/szf)
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