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Wachtendonk
Lange Schulwege - Mutter ist sauer auf Niag

Wachtendonk. Mutter Ilona Schmitz aus Wankum ist enttäuscht von der Niag. Der Grund: Die täglichen Schulzeiten ihres Sohnes Lorenz, der die sechste Klasse der Robert-Jungk-Gesamtschule in Aldekerk besucht, haben sich zum Beginn des Schuljahres geändert. Mittags geht der Unterricht jetzt etwas länger als früher, nämlich bis 13.25 Uhr. Die Abfahrtszeiten der Schulbusse wurden daran angepasst. Der Taxi-Bus aber, auf den ihr Sohn und eine Handvoll weiterer Kinder angewiesen sind, fährt nach wie vor um neun Minuten nach 13 Uhr ab. Die Kinder müssen also eine knappe Dreiviertelstunde warten, bis sie den Heimweg antreten können.

An drei Tagen in der Woche tritt das Problem nicht auf, dann hat Lorenz nachmittags Unterricht. Aber dienstags und freitags ist die Lage ärgerlich, erklärt Schmitz. "Seit den Herbstferien versuche ich, mit der Niag zu reden, und ich werde immer nur vertröstet", klagt sie. Im Sommer sei die Sache ja noch erträglich gewesen, aber jetzt, bei Winterwetter, nicht mehr. Ihr Sohn hat ohnehin einen langen Schulweg bis nach Wankum. Er fährt von Aldekerk mit dem Taxibus bis zum Friedensplatz in Wachtendonk und von dort aus weiter mit dem Linienbus nach Wankum. Kürzlich erst sei er an einem Regentag völlig durchnässt zu Hause gewesen, erzählt die Mutter.

Das Problem sei aber nicht zu lösen, erklärt Günter Schlüter, Planungsleiter bei der Niag. Der Taxi-Bus ist in Aldekerk nämlich nicht nur für die Schüler da. "Wir fahren auf der Linie einen Takt-Fahrplan", erklärt Schlüter. Immer um - je nach Haltestelle - acht beziehungsweise neun Minuten nach der vollen Stunde fährt der Taxibus in Aldekerk ab, um in Wachtenkonk an die Linie 063 anzuschließen, die zwischen Kempen, Straelen und Geldern verkehrt. "Es gibt Fahrgäste, die auf diesen Anschluss angewiesen sind", sagt Schlüter. "Das ist der Hauptgrund, warum diese Taxi-Buslinie eingerichtet wurde, und nicht für die Schüler." Die Niag habe geprüft, ob man Fahrplanumstellungen organisieren könnte, um das Problem zu beheben. Fazit: "Das geht einfach leider nicht." Hinzu kommt: Das mit den Fahrten betraute Taxi-Unternehmen habe seine Wagen mittags nach so festen Zeitplänen im Einsatz, dass die Fahrten von Aldekerk aus nicht nach hinten verschoben werden könnten. "Sie müssten dafür ein neues Fahrzeug anschaffen", erklärt Schlüter.

Für Mutter Ilona Schmitz ist die Lage nicht zufriedenstellend. Die Kinder seien ohnehin immer sehr spät zu Hause, erklärt sie. Sie findet es einfach ungerecht, dass ein paar Schüler mit solchen Schwierigkeiten zu kämpfen haben, während andere bequem in den Schulbus steigen: "Das Leben kann für die Kinder auch kompliziert gemacht werden."

Günter Schlüter versichert, dass Linienwege immer wieder neu geprüft werden. Vielleicht ergebe sich ja irgendwann die Möglichkeit, das Problem aus der Welt zu schaffen.

(szf)
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