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Wachtendonk
Leben, Liebe und ganz viel Pfingsten

Wachtendonk: Leben, Liebe und ganz viel Pfingsten
Pfarrerin Ulrike Stürmlinger lässt ein rotes Tuch im Wind flattern, Pfarrer Robert Winschuh hat Pfingstrosen dabei. Alles für Pfingsten. FOTO: van Offern
Wachtendonk. Für Robert Winschuh ist es eine Premiere. Er wird mit Ulrike Stürmlinger von der evangelischen Kirche einen ökumenischen Gottesdienst zu Pfingsten in Wachtendonk halten. Von Bianca Mokwa

Ulrike Stürmlinger hält den Schal in die Luft. Den hat sie eigens für das Pfingstgespräch mitgebracht. Und noch etwas. "Ich wollte Wind mitbringen. Das ist auch geglückt." Beides ziemlich unberechenbar, der Wind und der Heilige Geist. Um den geht es ja beim Pfingstfest.

Dabei spielt der Geist gleich zu Anfang eine Hauptrolle in der Bibel. "Es ist der Geist, der uns zu Beginn der Schöpfung eingehaucht wird", erklärt die evangelische Pfarrerin. Der Geist wird von keinem Geringeren als Gott selbst gegeben. "Es ist kein Leben ohne Gott. Es ist nur die Frage, ob ich es weiß", sagt Stürmlinger. Wind und Heiliger Geist haben noch etwas gemeinsam. In den meisten Fällen sind sie unsichtbar.

"Wie können wir ein unsichtbares Fest sichtbar machen?", formuliert die evangelische Pfarrerin die Frage aller Fragen. Eine Krippe wie an Weihnachten gibt es Pfingsten nicht, und auch kein leeres Grab wie an Ostern. Sie übergibt an ihren katholischen Kollegen Robert Winschuh. "Ihr habt doch da mehr Möglichkeiten, das erlebbar zu machen", sagt sie angesichts der Symbolfülle der katholischen Kirche. Tatsächlich wird Winschuh eine rote Stola tragen. "Wenn es eine Farbe gibt, die für das Leben steht, dann ist es Rot. Rot ist die Farbe des Blutes, des Lebens, der Liebe", erklärt der Geistliche. Im allerersten Moment habe er noch an einen Fanschal und an Fußball gedacht, sagt der katholische Kollege. Weil Pfingsten mit Begeisterung zu tun hat. "Dieses Begeistert-Sein, was die Jünger in dem Augenblick empfinden, das deutlich zu machen in einem Symbol oder Bild, das ist nicht einfach", gibt Winschuh zu. In der Apostelgeschichte werden Feuerzungen beschrieben, die auf die Jünger niedergehen. Und plötzlich tritt eine Veränderung ein. "Die Begeisterung tritt nach außen, die Jünger verlieren die Angst und werden in die Lage versetzt, von den Menschen verstanden zu werden", erklärt der Pfarrer die Textstelle. Die Jünger erzählen von der Rettung durch Jesus Christus, und die Menschen verstehen das.

"Es ist ja nicht so, als ob der Geist in uns nicht spürbar ist", meint Stürmlinger. "Wenn jemand einen zerstörerischen Geist hat, dann sehen die Leute das. Auch wenn jemand einen liebevollen Geist hat." Die Auswirkungen erzählten von Gottes Anwesenheit und Abwesenheit. "Pfingsten ist die Einladung, den Geist Gottes kennenzulernen", erklären die beiden Pfarrer. "Pfingsten ist das, was bei den Leuten ankommt: Mensch, da ist ja was", sagt Stürmlinger. Es gibt mehr als Zerstörung und Mutlosigkeit. Pfingsten will Mut machen. Der Wind braucht ein Tuch, damit er sichtbar wird, der Heilige Geist Menschen, die sich begeistern lassen. Dann wird Gottes Liebe spürbar.

Quelle: RP
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