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Geldern
Lekker fietsen durch Holland

Geldern: Lekker fietsen durch Holland
Der Leuchtturm gibt die Richtung vor: Immer den Deich entlang, das Wasser auf der einen, Dünen oder Wiesen auf der anderen Seite. Deutsche lieben die holländische Nordsee. FOTO: dpa
Geldern. Vor 200 Jahren entwickelte Karl Freiherr von Drais das Fahrrad. Am Niederrhein und noch mehr in den Niederlanden spielt es im Straßenverkehr und in der Freizeit eine große Rolle. Holland-Marketing empfiehlt "Lekkerradeln". Von Anja Settnik

Die Menschen am Niederrhein sind ja schon ziemlich fleißige Radfahrer. Verglichen mit den Niederlanden spielt das Fahrrad dann aber doch noch keine ganz so große Rolle - insbesondere im alltäglichen Berufs- und Schulverkehr. Im Nachbarland fährt jedes Kind mit der Fiets zur Schule, und die Qualität der Radwege spricht für sich. Kein Wunder, dass die Niederlande den 200. Geburtstag ihres liebsten Fortbewegungsmittels jetzt mit einer besonderen Veranstaltung würdigten: einer großen Radtour durchs ganze Land. Die RP war bei "Lekker radeln" dabei.

Kleine Orte wie Twisk oder Opperdoes liegen ein Stückchen im Landesinneren und laden zu häufigen Radel-Stopps ein. FOTO: Settnik

Zunächst ein Blick rückwärts: Es war Karl Freiherr von Drais aus Mannheim, der 1817 die weltweit erste Laufmaschine auf zwei Rädern entwarf. 200 Jahre nach Drais' Erfindung ist allerdings nicht Deutschland, sondern das westliche Nachbarland die weltweit führende Radfahrnation. In den Niederlanden gibt es mehr Fahrräder als Einwohner. Durchschnittlich steigt ein Niederländer 300-mal pro Jahr aufs Rad und legt damit insgesamt 900 Kilometer zurück. Das Niederländische Fremdenverkehrsamt (Büro für Tourismus & Convention, NBTC) hat Routen entwickelt, die 40 bis 50 Kilometer lange Touren mit Besichtigungen und lukullischen Erlebnissen verbindet. Unter www.lekkerradeln.de sind sie nachzulesen und nachzufahren.

Ob Restaurant oder Bauerncafé, Düne oder Picknickwiese, Schloss oder Naturgebiet: Am Rande der Strecken gibt es zahlreiche Möglichkeiten, die Tour zu unterbrechen. Niederländer verwenden das Wort "lekker" bekanntlich nicht nur, um ein gutes Essen zu loben, sie sagen es auch, wenn sie sich wohlfühlen oder etwas schön finden. Touren durch Flevolands Blumenfelder oder entlang historischer Hansestädte werden ebenso vorgestellt wie Strecken, die zu den Käsemärkten in Nordholland oder den besten Feinschmecker-Lokalen in Leiden führen. Daneben bietet die Webseite einen Routenplaner, mit dem sich Radreisen individuell ausarbeiten lassen. Ein nummeriertes Knotenpunktsystem, das sich durchs ganze Land zieht und auch am Niederrhein nach und nach eingeführt wird, weist den Weg und ist nützliches Hilfsmittel, um die Route spontan zu variieren.

Tulpen bis zum Horizont. Dafür ist die Region nahe Amsterdam berühmt. FOTO: Anja Settnik

Wer noch einen Anstoß braucht, um sich im Nachbarland auf große Tour zu begeben, kann mal das Fahrradmuseum "Velorama" an der Waalkade in Nimwegen besuchen: Es zeigt auf drei Etagen rund 250 Exemplare des Gefährts. Laufräder aus Holz, Transporträder, Hochräder, Liegeräder, Rennmaschinen oder Spielzeugräder - hier gibt es alles, was innerhalb von 200 Jahren an Zweirädern erfunden wurde. Geöffnet ist es täglich. Ein Fahrradzentrum ganz anderer Art gibt es in Ede nahe Apeldoorn: "De Fietser" ist ein riesiger Fahrradladen mit Testzentrum inklusive Gastronomie und Museum in einer alten Fabrikhalle.

Wie im Bilderbuch: das Hafenstädtchen Medemblik am Ijsselmeer. FOTO: Anja Settnik

Wer mal außerhalb des Niederrheins radeln möchte, findet dazu schon im Bereich der Hoge Veluwe beste Voraussetzungen. Nicht nur im Spätsommer ist das Wald- und Heidegebiet einen längeren Ausflug wert. Wenn die Räder aber sowieso schon aufs Auto geladen sind, spricht nichts dagegen, auch mal andere Fahrradregionen im Nachbarland zu erkunden. Wie wär's mal mit dem Ijsselmeer und seiner Umgebung? Da ist "Holland" noch genau so, wie man es sich vorstellt: schmucke Dörfchen an Kanälen, hier und da eine echte alte Windmühle, unendliche Tulpenfelder, die nur noch wenige Tage in allen Farben erstrahlen. Denn im späten Frühjahr werden die Blumen "geköpft", damit sie kräftige Zwiebeln fürs nächste Jahr bilden.

Fast jeder kennt wohl Enkhuizen, Kampen oder Hoorn, die wunderschönen alten Handelsstädte am Ijsselmeer. Aber auch die weniger bekannten Orte lohnen einen Besuch, etwa Medemblik, Opperdoes mit seinen Gourmet-Kartoffeln oder Aartswoud. Radfahrer, die zum Beispiel nach Knotenpunkten radeln (und dadurch weder auf die Karte noch aufs Handy schauen müssen), können ihren Blick in die Ferne schweifen lassen. Sie brauchen sich auch nicht auf die Küstenorte zu beschränken, sondern werden gerne mal ins Landesinnere abbiegen mit seinen hübschen Orten. Und überall gibt es perfekte Radwege und Möglichkeiten, einzukehren. Oder besser: auf einer Terrasse in der Sonne zu sitzen.

www.lekkerradeln.de

Quelle: RP
 
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