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Geldern
LEP: Weeze bleibt Airport zweiter Klasse

Geldern. Das Kabinett hat den Landesentwicklungsplan beschlossen. Der Airport Weeze bleibt Flughafen zweiter Klasse, forciert wird die Verlängerung der Bahnlinie nach Holland. Von Sebastian Latzel

Kleve Dass sich am nun vorgelegten Landesentwicklungsplan (LEP) noch viel ändern werde, sei nicht zu erwarten, hieß es gestern. Zwar muss der Landtag noch zustimmen, doch es werde wohl beim vorgelegten Papier bleiben. Und damit ist klar: Der Airport Weeze bleibt weiterhin nur "regionalbedeutsam". Während der Flughafen Münster / Osnabrück weiter in die Kategorie der großen Anlagen wie Düsseldorf und Köln eingeordnet wird, bleibt Weeze weiter nur die zweite Klasse. Flughafen-Geschäftsführer Ludger van Bebber kann darüber nur den Kopf schütteln. "Wir schaffen so eine Zwei-Klassengesellschaft bei den Flughäfen, der LEP in dieser Form wird unsere Entwicklung behindern", ist er sicher. Er sehe den Plan sehr kritisch, auch wettbewerbsrechtlich sei die ganze Sache nicht okay. Für van Bebber ist das Thema auch noch lange nicht durch. Er hofft noch auf Änderungen durch den Landtag und will weiter an der Sache dranbleiben.

Wie berichtet, hat es aus dem Kreis viel Unterstützung für eine Neueinstufung des Flughafens gegeben. Auch die Gemeinde Weeze hatte dazu eine Resolution verfasst. Argument ist vor allem, dass der Flughafen Münster / Osnabrück viel weniger Passagiere habe. Nina Heil, Pressesprecherin des Ministers für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien des Landes Nordrhein-Westfalen, wies darauf hin, dass Minister Franz-Josef Lersch-Mense deutlich gemacht habe, dass der LEP nicht in Stein gemeißelt sei. Hier gehe es erst einmal um einen aktuellen Stand. Planung müsse aber in der Lage sein, auf neue Entwicklungen zu reagieren. Das gelte auch beim Flughafen.

Grundlage für die Einstufung des Flughafens sei das Landesluftverkehrskonzept, das könne erst geändert werden, wenn das entsprechende Konzept des Bundes vorliege. Sollten die neuen Daten dann eine neue Entwicklung aufzeigen, sei es durchaus noch möglich, Dinge zu ändern.

Die Einstufung der Flughäfen im aktuellen LEP-Entwurf geht auf die gültige NRW-Luftverkehrskonzeption vom Dezember 2000 zurück, hatte das Verkehrsministerium gegenüber der RP erläutert. Dieses Konzept lehnt sich an das Konzept von 1991 an und dort ist Weeze noch als reiner Militärflughafen enthalten.

Im Klartext: Die aktuelle Situation in Weeze spiegelt sich im Luftverkehrskonzept gar nicht wider.

Während viele im Kreis von der Einstufung des Flughafens wenig begeistert sein werden, sieht es bei einem anderen Projekt besser aus. Bekanntlich wird gefordert, die Bahnstrecke von Kleve aus Richtung Nimwegen fortzuführen. Bislang fand sich diese Idee nur als Zeichnung auf der Karte im LEP wieder. Jetzt ist das Projekt auch in Textform in das Papier aufgenommen worden. Die Strecke von Kleve über Kranenburg nach Nimwegen soll im Regionalplan für den Personennahverkehr gesichert werden, heißt es nun im LEP.

Quelle: RP
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