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Geldern
Lüllinger Firma hält Politikbetrieb sauber

Geldern: Lüllinger Firma hält Politikbetrieb sauber
Erfolgreich: Peter Greven, Janine Winkels und Klaus Pasch (v.l.). FOTO: eve
Geldern. Wenn im Berliner Parlamentsgebäude alles blitzt und blinkt, die Scheiben poliert und die Böden gewienert sind, dann steckt dahinter ein Unternehmen aus Lüllingen. Die Firma Winkels erobert Deutschland mit Elan und neuen Ideen. Von Sina Zehrfeld

Das Jakob-Kaiser-Haus des Deutschen Bundestages in Berlin ist ein Prestigeobjekt. Da darf kein Schmutz den Glanz der Institution trüben. Es ist der gewaltige, repräsentative Gebäudekomplex für das Parlament mit Abgeordnetenbüros, Fraktionsräumen, Sitzungssälen, Verfügungsräumen für Bundesrat und -regierung. Da sitzen Parlamentsdienste, Mediendienste, es gibt Bereiche für repräsentative Anlässe. "Das ist der größte zusammenhängende Bürokomplex in Deutschland", sagt Theo Winkels, Gründervater der Firma Winkels Servicegesellschaft: "Das ist ne ganze Straße."

Und darüber fällt täglich ein ganzes Heer von Reinigungskräften der Firma Winkels her, die ihren Ursprung und Hauptsitz in Lüllingen hat. Rund 150 Leute putzen und polieren alles früh am Morgen, bevor der Politikbetrieb loslegt.

Für das mittelständische Familienunternehmen Winkels ist der Auftrag für das Jakob-Kaiser-Haus ein Meilenstein in einer zunehmend rasanten Entwicklung. Bis Anfang der 2000er Jahre hatte es noch etwa 800 Mitarbeiter. 2005 zog man Aufträge in Rheinland-Pfalz an Land und eröffnete dort eine Niederlassung, 2008 eine in Hessen, 2014 in Berlin, und dann, 2015, kam der Zuschlag für den Bundestag.

"Heute haben wir bundesweit gut 2000 Leute", sagt Theo Winkels. Überwiegend ist die Firma für die öffentliche Hand tätig. Allein 500 Schulen und Verwaltungsgebäude reinigt sie in den verschiedenen Bundesländern. Nur etwa 20 Prozent ihrer Aufträge kommen aus dem privaten Sektor.

"Wir beteiligen uns an europaweiten Ausschreibungen", erklärt die Tochter und Firmenchefin Janine Winkels, die die treibende Kraft hinter der erfolgreichen Expansion ist. So seien sie von kleineren zu immer größeren Aufträgen gewachsen, hätten sich "über Jahre gewisse Referenzen erarbeitet, um 2014 in die höhere Liga aufzusteigen".

"Referenzen" waren zum Beispiel Aufträge für Behörden mit besonderen Anforderungen - "im hochsensiblen Sicherheitsbereich", so Peter Greven, Prokurist bei Winkels. Es gibt Behörden, "da werden nicht nur die Reinigungskräfte selber überprüft, sondern auch deren Verwandte". Wer da durch die Flure wischen will, dessen Angehörige werden zuvor zum Interview gebeten.

Das ist auch sinnvoll, macht Theo Winkels klar. "Eine Reinigungskraft kommt überall rein", sagt er. "Gebäudereiniger sind das, was früher das Hauspersonal war. Die arbeiten unauffällig und im Verborgenen, am besten, man sieht sie gar nicht." Sie ihrerseits sehen alles Mögliche.

Beim Bundestag sind die Sicherheitsüberprüfungen da noch vergleichsweise überschaubar, die Prozedur dauert etwa eine Woche.

Berlin ist für die Lüllinger Firma im Moment ein wichtiger Standort. Sie ist neben dem Bundestag in vielen öffentlichen Gebäuden und Behördenniederlassungen tätig. "Das ist mittlerweile unsere umsatzstärkste Niederlassung", so Peter Greven. "Wir machen da über drei Millionen Euro Umsatz im Jahr."

Janine Winkels kann sich auf die Fahnen schreiben, dass sie die Einführung des Computersystems initiiert hat, das Planung und Mitarbeiter-Koordination über Ländergrenzen hinweg erst möglich gemacht hat. "Wir haben auf die neue Zeit eingestellt", sagt sie selbst. Gewinne wurden kontinuierlich wieder in Ausstattung, Infrastruktur, Technik investiert.

Eine Folge des Erfolgs: "Wir suchen Reinigungskräfte - permanent", sagt Peter Greven. "Und wir suchen Fachkräfte im mittleren Management." Und man kümmere sich intensiv um die bestehenden Mitarbeiter, 24-Stunden-Erreichbarkeit inbegriffen. "Unser Personal ist unser höchstes Gut", sagt der Kaufmännische Leiter Klaus Pasch.

Die Firma Winkels wurde 1982 von Theo und Adele Winkels gegründet. Janine Winkels stieg früh mit ein, übernahm ab 2004 zunehmend Verantwortung und 2008 den Posten als Geschäftsführerin.

Die Firma deckt die ganze Palette des "Facility-Managements" ab: Reinigung, Hausmeistertätigkeiten, Winterservice, Schließdienste sowie Sicherheitsdienst.

Quelle: RP
 
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