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Geldern
Mehr Auftrieb für das Akkordeon

Geldern. Besonderes Konzert in der Tonhalle der Kreismusikschule Geldern. Virtuose Solisten und zwei Ensembles spielen Kompositionen von Bach bis Abba. Von Michael Klatt

Zwei berühmte Akkordeon-Fabriken befinden sich in Deutschland: in Klingenthal und in Trossingen. Das Instrument jedoch, obwohl weit verbreitet, hat in jüngster Vergangenheit an Bedeutung verloren. Das bedauert Thomas Dieckmann, der Leiter der Kreismusikschule (KMS). Und er will mit einem besonderen Konzert dafür sorgen, dass sich das ändert. "Wir wollen dem Akkordeon neuen Auftrieb geben", sagte er gestern bei der Vorstellung des Programms, das am Sonntag, 12. Juni, ab 16 Uhr in der Tonhalle der Kreismusikschule in Geldern geboten wird. "Akkordeon in Concert" lautet der Titel der rund einstündigen Veranstaltung, die bei freiem Eintritt erlebt werden kann.

Zwei Ensembles und einige Solisten stehen auf der Bühne. Die ganze Virtuosität des Akkordeonisten will Michael Solzmann demonstrieren. Der aus Russland stammende Musiker unterrichtet seit 1994 an der KMS Geldern. "Das Akkordeon ist wie ein kleines Orchester", erklärt er. Demzufolge lässt sich auch so gut wie jede Musik mit ihm spielen. Sowohl Originalkompositionen als auch Volks- sowie klassische Musik. Solzmann erwähnte Tango, Musette, Deutsche Tänze von Schubert und Mozart, Polonaisen und Mazurken von Chopin. In Geldern wird Solzmann Stücke von Johann Sebastian Bach und Dimitri Schostakowitsch interpretieren.

Insgesamt zwölf Musiker, darunter ein ausgeliehener Schlagzeuger, bilden das Orchester "Harmonie" 1969 Issum und das Akkordeon-Ensemble der Musikschule Gelsenkirchen. Einige spielen in beiden Orchestern mit. Unter der Leitung von Hanni Jacobs und Andreas Karst intonieren die beiden Orchester Werke unter anderem von Johann Christian Bach, Astor Piazolla, den Comedian Harmonists und Abba. Die Schwerpunkte sind dabei unterschiedlich. "Das Repertoire der Issumer hat mehr unterhaltenden Charakter", erläuterte Karst über das von ihm geleitete Ensemble. Die von Hanni Jacobs dirigierten Gelsenkirchener, unter denen sich einige studierte Musiker befinden, neigen eher der E-Musik zu.

Deutlich wird an den beiden Orchestern nicht nur die musikalische Vielfalt des Akkordeons, sondern auch die Bandbreite bei den Altersklassen der Akteure. Die älteste Musikerin mit fast 90 Jahren gehört zu dem Gelsenkirchener Ensemble. Gerade 17 Lenze zählt der Gelderner Johannes Leurs, der neben dem Ensemble-Spiel mit den Issumern auch mit zwei kleinen Solostücken vertreten ist.

Die Moderation an diesem Nachmittag übernimmt Brigitte Viefers. Sie ist seit einer Woche Vorsitzende des Issumer Akkordeon-Orchesters. Zu den aktiven Spielern zählt sie nicht.

Quelle: RP
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