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Geldern
Mehr Menschen im Kreis Kleve begehen Selbstmord

Geldern. In NRW sind laut neuesten Daten des Statistischen Landesamts im Jahr 2014 insgesamt 1831 Menschen freiwillig aus dem Leben geschieden, sechs Prozent mehr als im Jahr zuvor.

Diese Entwicklung spiegelt sich auch in den Zahlen für den Kreis Kleve wider - hier begingen 2014 27 Menschen Selbstmord (17 Männer, zehn Frauen), im Jahr zuvor waren es lediglich 21 (17 Männer, vier Frauen). Die wenigsten Selbstmorde in den vergangenen 20 Jahren gab es mit lediglich zwölf im Jahr 2007. Warum mehr Menschen den Freitod gewählt haben, kann man nicht genau sagen. "Fakt ist allerdings, dass durch Selbstmord in Deutschland leider mehr Menschen sterben, als durch Verkehrsunfälle, Drogenmissbrauch oder AIDS zusammen", so Michael Lobscheid von der IKK classic.

Bei Kindern und Jugendlichen bis 25 Jahre sei Selbstmord sogar die zweithäufigste Todesursache. In vielen Fällen hätten Selbstmorde aber vielleicht verhindert werden können, wenn rechtzeitig gegengesteuert worden wäre. Denn: 90 Prozent aller Selbsttötungen stehen in Zusammenhang mit einer psychischen Erkrankung, meist einer Depression, bei denen eine Therapie aus der Krise helfen könnte. Alarmzeichen sind zum Beispiel hoffnungslose Stimmungslagen und eine übertriebene negative Sicht auf die Welt und sich selbst. Auch bei ständigen Schuldgefühlen und einem Rückzug aus dem sozialen Alltag sollten Angehörige aufpassen.

"Auch wenn es für Außenstehende sehr schwer bis unmöglich ist nachzuvollziehen, ob und wie weit gereift die Absichten bereits sind, so sollte man die Alarmzeichen nicht unterschätzen. Falsch ist beispielsweise die Annahme, dass die Gefahr gering ist, wenn jemand über seine Selbstmordabsichten spricht, da 80 Prozent aller Suizide zuvor angekündigt werden", so Michael Lobscheid. "Allerdings sollte man auch nicht versuchen, das Problem selber zu schultern, da hilft der gute Wille allein nicht weiter, man sollte immer professionelle Unterstützung suchen".

Erste Hilfen für Betroffene bieten beispielsweise die ausgebildeten Helfer der Telefonseelsorge, die rund um die Uhr kostenlos unter der Nummer 0800 1110111 erreichbar sind. Beratung und Hilfe bietet auch der Sozialpsychiatrische Dienst des Gesundheitsamts Wuppertal.

Die IKK classic ist mit 3,5 Millionen Versicherten die sechstgrößte deutsche Krankenkasse und das führende Unternehmen der handwerklichen Krankenversicherung. Die Kasse mit Hauptsitz in Dresden ist mit rund 7000 Beschäftigten an bundesweit mehr als 250 Standorten tätig. Ihr Haushaltsvolumen beträgt mehr als zehn Milliarden Euro.

Quelle: RP
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