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Straelen
Mehr Windkraft für die Blumenstadt

Straelen: Mehr Windkraft für die Blumenstadt
Die Straelener Energiegenossen: Thomas Linßen, Hans Schmitz und Martin Thissen (von links). FOTO: Gottfried Evers
Straelen. Die Bürgerenergie Straelen will zwei weitere Anlagen bauen. Auch Einwohner von Geldern, Wachtendonk und Kerken können sich jetzt in der Genossenschaft engagieren und Anteile zeichnen. Von Michael Klatt

Mit einer 54-Kilowatt-Photovoltaikanlage auf dem Dach der Hauptschulturnhalle und sieben Mitgliedern fing es 2013 an. Inzwischen sieht sich die Bürgerenergie Straelen eG als Erfolgsmodell. 144 Mitglieder zählt die Genossenschaft heute, ist an drei Windparks in Straelen beteiligt und plant weitere Investitionen.

Die Intention ist dabei gleich geblieben. Die Gründer wollten den schnell wachsenden Markt der erneuerbaren Energien nicht fremden Investoren überlassen. Sie wollten eine regionale Marke erfolgreich umsetzen. So bleiben die Wertschöpfung in der Region und die Gewerbesteuereinnahmen vor Ort. Mit ihren Anteilen haben die Mitglieder zum Bau der Windanlagen beigetragen. Ein wichtiger Partner ist die Bürgerwind Gelderland, die für Projektentwicklung und Betriebsführung verantwortlich zeichnet. "Dabei handelt es sich um einen Zusammenschluss von Privatpersonen aus Auwel-Holt", erklärt Martin Thissen, der gemeinsam mit Thomas Linßen den Vorstand der Bürgerenergie Straelen eG bildet.

Linßen, der auch Umweltbeauftragter der Stadt Straelen ist, sieht die Entwicklung der erneuerbaren Energien in der Blumenstadt mit Freude. Schon 2015 wurde durch Windkraft und Photovoltaik so viel Strom erzeugt, dass Straelen seinen Bedarf nicht nur deckte, sondern außerdem 1000 Megawattstunden pro Jahr ins allgemeine Stromnetz einspeiste. Alleine 2017 kamen bisher vier Windkraftanlagen hinzu. Derzeit stehen auf Straelener Gebiet 16 Windräder mit einer Gesamtleistung von 33,5 Megawatt.

Jetzt will die Bürgerenergie Straelen zwei weitere Windkraftanlagen realisieren. Für eine laufen schon die vorbereitenden Maßnahmen zum Bau. Sie soll in Herongen südlich der A 40 errichtet und noch in diesem Jahr in Betrieb genommen werden. Die zweite Anlage ist auf der Deponie Pont auf Straelener Territorium geplant und soll ab 2018 Strom liefern. Damit hätte die Genossenschaft dann Beteiligungen an Windanlagen mit insgesamt 21,5 Megawatt.

Interessenten können Genossenschaftsanteile zeichnen, zum Stückwert von 1000 Euro. Das Projekt auf der Deponie ist laut Linßen Anlass gewesen, die Genossenschaft zu öffnen. Die Generalversammlung beschloss im Januar eine Änderung der Genossenschaftssatzung, die auch Einwohnern der Nachbarkommunen Geldern, Wachtendonk und Kerken ermöglicht, Mitglied zu werden. "Wenn Einstieg, dann jetzt", wirbt Thissen, der bei der Volksbank arbeitet. Denn für diese beiden genehmigten Windräder gelte noch die Einspeisevergütung von acht Cent pro Kilowattstunde. Die neue Regelung, ergänzt Aufsichtsratsmitglied Hans Schmitz, sehe keinen festen Satz mehr vor, sondern richte sich nach dem Ausschreibungsergebnis. "Das ist nicht mehr kalkulierbar", so Thissen.

Kritiken wegen Umweltbeeinträchtigungen durch Windkraftanlagen begegnen die Vertreter der Bürgerenergie Straelen gelassen. "Bei den Genehmigungsverfahren wird jede Tierart bedacht", stellt Thissen klar. Auch bezüglich Schlagschatten und Lärm gelten gesetzliche Vorgaben. Und mit den "Ewigkeitsbelastungen" durch Kohleabbau und Kernkraft sei das nicht zu vergleichen. "Wenn ein Windrad nicht mehr benötigt wird, ist es schnell wieder abgebaut, ohne Spuren in der Landschaft zu hinterlassen", beschreibt es Schmitz.

Quelle: RP
 
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