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Euregio Rhein-Waal und RP präsentieren 25 Jahre Interreg (Ende)
Mensch-zu-Mensch-Projekte sind wichtig

Euregio Rhein-Waal und RP präsentieren 25 Jahre Interreg (Ende): Mensch-zu-Mensch-Projekte sind wichtig
Euregio-Vorstand: Ulrich Francken (links) und Hubert Bruls. FOTO: Gottfried Evers
Niederrhein. Ulrich Francken, Bürgermeister von Weeze, und Hubertus Maria Franciscus Bruls, Bürgermeister von Nimwegen, stehen an der Spitze der Euregio. Sie sehen Interreg-Programme als Schrittmacher auf den Weg zur gemeinsamen Region. Von Matthias Grass

Europa funktioniert. Meistens. Es sei denn, wenn man telefonieren muss und in die Funklöcher entlang der Grenze fällt. Das stellte jetzt Nimwegens Bürgermeister Hubert Bruls auf dem Weg ins schicke Haus Schmidthausen, dem Sitz der Euregio Rhein-Waal in Kleve, fest. Aber auch dieses Problem werde Europa meistern, sagt Ulrich Francken, Bürgermeister von Weeze. Denn erst durch Europa, so Franken und Bruls unisono, könne man überhaupt so preiswert und einfach telefonieren, wie jetzt.

Europas Grenzen zu überwinden, das Leben über die Grenzen hinweg einfacher zu machen, die Menschen in den Grenzregionen zusammen zu bringen und die Regionen diesseits und jenseits der Grenze als gemeinschaftlichen kulturellen und wirtschaftlichen Raum zu sehen - das ist das Anliegen der beiden Bürgermeister. Bruls ist Vorsitzender der Euregio, Francken ist sein Stellvertreter und als solcher zugleich Vorsitzender des Interreg-V-Lenkungsausschusses.

"Wir müssen immer daran arbeiten, die Grenze aus unseren Köpfen zu bekommen - und das funktioniert in vielen Bereichen ja auch schon", sagt Bruls.

Im Großen wie im Kleinen: in Weeze der von einem niederländischen Investor betriebene Flughafen Weeze einerseits, andererseits das Aufstellen der Flüstersteine entlang der Liberation-Route. Jenes Interreg-Projekt, das zugleich Geschichte dokumentiert und Grenzen überwindet, indem es den Weg der Befreiung Europas von der Nazi-Herrschaft nachzeichnet und die einstigen Gegner heute zusammenbringt. Interreg hat sich in den vergangenen Jahren deutlich entwickelt, blickt Bruls auf die Anfänge zurück. Heute sind es die Innovationen, die im Mittelpunkt stehen, sind es Hochschulen und junge Unternehmen, die die Chance der euregionalen Förderung erkannt haben und die Mittel beantragen. Das schafft Wirtschaftskraft, das schafft Arbeitskräfte. Dennoch: Bruls mahnt, nicht die kleinen Projekte aus den Augen zu verlieren. "Wir brauchen die Mensch-zu-Mensch-Projekte, die oftmals nur mit wenigen Tausend Euro gefördert werden müssen. Es sind diese Projekte, die die Menschen in der Region zusammenführen und Europa zusammenwachsen lassen", sagt der Nimweger Bürgermeister. Diese Kontakte, die dabei über die Grenze hinweg geknüpft werden und weiter gepflegten werden, seien für ein Zusammenwachsen der Region unerlässlich. "Wir müssen ein gemeinsames Gefühl für die Kultur, die Arbeit, die Landschaft bekommen, ohne dabei die jeweils eigene Geschichte zu vergessen", sagt Bruls. Hier hätten in den vergangenen 25 Jahren vor allem die kleineren Interreg-Projekt viel geleistet. "Darauf, die Menschen einzubinden, die Begegnung zu fördern, darauf wollen wir auch in Zukunft achten", fügt Francken an.

Bruls unterstreicht, dass Interreg-Projekte um der Idee willen aus der Region heraus entstehen müssen, und nicht mit dem Blick auf das mögliche Geld aus Brüssel entwickelt werden sollten: "Die Menschen müssen zusammenfinden und daraus ihre Projekte entwickeln.", sagt Bruls.

Vor allem dieser direkte Kontakt zwischen deutschen und niederländischen Projektpartnern helfe, nationale Egoismen zu überwinden. Da sei dann Interreg auch ein Schrittmacher, der in den vergangenen Jahren Tausende von Menschen zusammengeführt habe, sagen Francken und Bruls.

Ein Schrittmacher, der natürlich auch weiterentwickelt werden muss. Nicht nur in Brüssel, sondern auch in Düsseldorf und Den Haag. Vor allem, wenn es darum geht, die Anträge zu vereinfachen.

Letztlich schaue man optimistisch auf das Europa der Regionen, das in den vergangenen 70 Jahren gelernt habe, friedlich Krisen zu meistern, blicken Bruls und Francken nach vorn.

Quelle: RP
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