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Gelderland
Mildes Wetter: Landwirte noch gelassen

Gelderland: Mildes Wetter: Landwirte noch gelassen
FOTO: van Offern, Markus (mvo)
Gelderland. Derzeit haben die frühlingshaften Temperaturen noch keinen negativen Einfluss auf die Landwirtschaft. Tierhalter haben dadurch sogar eher Vorteile. Bleibt es jedoch so mild, könnte sich Ungeziefer auf den Äckern ausbreiten. Von Christian Cadel

Morgen ist Heiligabend. Eine weiße Weihnacht wird es allerdings nicht geben - es sei denn, es geschieht noch ein Wunder. Seit vielen Wochen liegen die Temperaturen auf Frühlings-Niveau. Gestern um 13 Uhr zeigte das Thermometer 15 Grad. Auch die Landwirte im Gelderland verfolgen das derzeitige Wetter aufmerksam. Grund zur Sorge gäbe es aber noch nicht, versichert Heinz Lax, Vorsitzender der Kreisbauernschaft Geldern.

"Momentan ist das milde Wetter noch nicht dramatisch. Falls es in den nächsten vier Wochen allerdings so bleibt, würde die Sache schon anders aussehen." Derzeit sieht Lax aber eher Vorteile - vor allem in der Tierhaltung. "Die Ställe müssen nicht im üblichen Umfang geheizt werden. Außerdem frieren die Wassertränken nicht zu. Ein Nachteil ist jedoch das eher feuchte Wetter. Die Tiere sind dann, genauso wie Menschen, anfällig für Erkältungen", sagt Lax, der selbst eine Schweinezucht in Wachtendonk betreibt.

Auch auf den Ackerbau habe das milde Dezember-Wetter noch keine großen Auswirkungen. Die im Herbst ausgestreute Wintersaat liege derzeit "gut im Boden", wie der Kreisbauernschaftsvorsitzende erklärt. "Getreide, wie Weizen und Gerste, wachsen gut. Allerdings ist noch nicht die sogenannte Winterruhe eingetreten."

Falls in den kommenden Wochen kein Frost eintritt, könnten dann nämlich doch einige Nachteile entstehen. Denn Ungeziefer, vor allem Läuse, könnte sich ausbreiten und später im Frühling den Einsatz von Chemie nötig machen.

Außerdem benötigt der Boden Frost, um später aufzubrechen. "Mit dieser Sprengkraft wird der Boden gelockert und erleichtert die spätere Einsaat", sagt Lax. Ein weiterer, späterer Negativ-Einfluss könnte das "Überwachsen" der Pflanzen sein. Das bedeutet, dass die Nutzpflanzen von anderen Pflanzen überwuchert werden. Eine schützende Schnee- und Eisdecke ist derzeit noch nicht in Sicht.

Aber all diese Szenarien seien noch nicht absehbar und deshalb alle Sorgen noch unbegründet, findet Lax. "Schließlich hatten wir auch schon einmal einen Winter ohne Frost. Davon geht die Welt nicht unter." Momentan sieht es auch eher so aus, als würde Väterchen Frost weiterhin einen Umweg um Deutschland machen. Die Wetterprognose für die kommende Woche sieht wie folgt aus: Tagsüber soll es nie kälter als neun Grad Celsius werden.

Quelle: RP
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