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Geldern
Mission "Selbsterfahrung" erfolgreich

Geldern: Mission "Selbsterfahrung" erfolgreich
Da tummeln sich die Äffchen, und mittendrin sitzt der Ole. Scheint ein warmer Tag zu sein.
Geldern. Ole Engfeld aus Haldern ist zurück von seinem Abenteuer-Solo-Trip durch Indochina. Ganz allein war er drei Monate lang unterwegs. Ganz allein hat er jetzt seine Erinnerungen - ein Schatz, den er sich erobert hat. Von Ole Engfeld

Jetzt bin ich schon ein paar Wochen wieder in Deutschland - zurück in meinem gewohnten Umfeld, meiner Wohnung, meiner Arbeit. Natürlich fragen mich die Leute, wie es denn gewesen ist. Ich will dann anfangen zu erzählen, doch weiß gar nicht, wo ich anfangen und aufhören soll. Wie packe ich drei Monate in einen drei Minuten Small-Talk?

Auch Büffel möchten mal baden. Da kommt so ein Tümpel gelegen.

Ich bin leider der einzige, mit dem ich das alles teilen kann. Eine leidvolle Erfahrung, die ich bereits zu Beginn meiner Reise machen musste. Zum einen war es schön, so unabhängig zu sein und einfach nur für mich entscheiden zu können, wie ich den Tag gestalte, ohne mich absprechen oder Kompromisse eingehen zu müssen. Zum anderen kann ich nur mit mir allein in diesen Erinnerungen schwelgen.

Aber ich weiß auch, hätte ich diese Reise nicht alleine bestritten, es wäre eine ganz andere geworden:

In Vietnam weiß man jetzt, wann das Geldernsein-Festival ist. Ole hat dafür gesorgt. FOTO: Engfeld

Ich hätte nicht mit Lukas und Veronika aus Tschechien am einsamen Strand von Koh Kong Island, wo wir die einzigen Gäste waren, ein Lagerfeuer aus Klopapier und Palmenblättern gemacht. Ich wäre nicht mit dem Südafrikaner Bee ins Kino in Hanoi gegangen, um mir den neuen "Batman vs. Superman"-Film anzuschauen.

Ich hätte nicht auf den Klippen von Ko Phangang dem Sonnenaufgang entgegengetanzt. Der Niederländer Michael und ich hätten keinen Biertower in der Utopia-Bar in Luang Prabang getrunken. Ich wäre nicht von Kambodschanern beim Wasserfest nass gemacht worden.

Das kleine laotische Mädchen hätte mir nicht einen herzlichen Kussmund gegönnt. Ich hätte mit dem Thailänder Em nie ein kühles Bier am frühen Nachmittag auf seinem Balkon getrunken. Ex und Eva hätten mich nie eingeladen, mit ihren Kindern Fynn und Nora den Nachmittag im Einkaufszentrum von Surath Thani zu verbringen.

Tolle Strände bekam Ole zu sehen, tagsüber und im Mondlicht.

Ich wüsste nicht, wie der Vodka in Vietnam schmeckt, hätte mich die Altherren-Gruppe in Da Nang vor ihrem Haus nicht an ihren Tisch gebeten, um ihn an einem Freitagnachmittag zu probieren. Mir wäre morgens kein Elefant auf der Straße entgegengekommen. Ich wüsste nicht, wie ein Strand beim grellen Mondlicht aussähe. Und mit der Engländerin Ruth hätte ich in Bangkok nie eine ganze Flasche Rum mit Cola bestellt, um zu merken, dass das für uns zwei viel zu viel ist.

Und ich wüsste vielleicht auch nicht, wie sehr ich meine Heimat, Familie, Freunde und Verlobte vermissen kann.

All das, was ich in dieser Zeit erlebt und gefühlt habe, kann ich mit meinen Bildern und Erzählungen nur oberflächlich wiedergeben. Aber ich konnte mit dieser Reise eine Lücke füllen, die ich schon lange schließen wollte. Allein dafür hat es sich gelohnt.

Quelle: RP
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