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Geldern
Mühlhoff-Stiftung spendet iPads

Geldern. Kleves Berufskolleg setzt die modernen Geräte in vielen Fächern ein. Von Anja Settnik

Eine Tafel ist grün und wird mit Kreide beschrieben. Ab und zu schiebt ein technisch aufgeschlossener Lehrer einen Overheadprojektor in den Klassenraum - so war es noch bis vor kurzem. Doch inzwischen hat das digitale Zeitalter auch an den Schulen Einzug gehalten. Kleves Berufskolleg jedenfalls ist schon in der Zukunft angekommen: Dank der Mühlhoff-Stiftung gibt es inzwischen Whiteboards und ganze Klassensätze von iPads. Und die sind nutzbar für viel mehr Fächer als man denken würde.

60 dieser Mini-Computer werden in den Sprachenräumen und in der Elektrowerkstatt eingesetzt. Keinesfalls als Spielerei: Mithilfe der iPads können Schüler der Elektrotechnik zum Beispiel lernen, wie stark ein schwingendes Teil beschleunigt. "Das Gerät hat eine technische Komponente, die wir dazu nutzen können", erklärt Fachlehrer André Neyenhuys. Die Schüler haben eine Vorrichtung gebaut, die das iPad pendeln lässt. Es lassen sich Apps darauf laden, die den Schülern weitreichende Anwendungen ermöglichen. Zum Beispiel Aktionen, die unter den Begriff "Smart Home" fallen - bequeme Neuerungen, die für die meisten Bürger noch ganz weit weg scheinen. "Ferngesteuert übers Internet können Sie heute mittels i-Pad Ihre Heizung einschalten, Licht oder eine Pumpe programmieren oder das Garagentor öffnen", erklärt Jörg Scholz, Lehrer an der Höheren Berufsfachschule für Technik. Seine Schüler haben vor Elektronik keine Angst und holen (anders als die meisten Nutzer) aus den Geräten raus, was geht. "Wir wollen ja auch Fachinformatiker oder Programmierer werden", erklärt Philipp.

Genau das interessiert Stifterin Marlene Mühlhoff besonders. Gemeinsam mit Franz Bremers, dem früheren Mühlhoff-Geschäftsführers, sah sie sich jetzt vor Ort an, wie hilfreich ihre Spende ist. "Ich bin begeistert, was heute alles möglich ist", stellte die Vorsitzende der Stiftung fest. Seit 20 Jahren ermöglicht die jährliche Ausschüttung insbesondere dem Berufskolleg Anschaffungen, die anders nicht denkbar wären. Mathelehrerin Christina Moulla versichert, dass ihre Schüler durchaus noch klassisch rechnen müssen, aber die Formelsammlung im iPad eben sehr gut nutzen können. Wie schnell Kosten, Ertrag und Gewinnmarge mit Hilfe des kleinen Computers zu ermitteln sind, lässt alle Anwesenden staunen. Und im Deutschunterricht von Nina Ingenhaag geht das Staunen weiter, denn selbst für Sprachen lassen sich die iPads bestens nutzen. Am Whiteboard, das kostengünstig mit einer speziellen Folie auf einer gewöhnlichen Tafel entstanden ist, wurde ein Beamer montiert. So sind die Worte zu lesen, die Ingenhaag beim Wandern durch den Klassenraum auf ihr Gerät schreibt. Und die Schüler haben eigenständig Werbeanzeigen und kleine Image-Filme gestaltet. Ganz ohne Schnibbelei und Text-Marker, bloß mit dem iPad.

Quelle: RP
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