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Issum
Multikulti-Flair und Jazz-Klänge in Sevelen

Issum: Multikulti-Flair und Jazz-Klänge in Sevelen
Die Triton-Jazzband eröffnet den Kleinkunstabend in Sevelen mit fantastischen Interpretationen von Jazz- und Popklassikern. FOTO: Thomas Binn
Issum. Der Issumer Kleinkunstabend erlebte seine 20. Auflage. Erneut gab's eine ansprechende Mischung im Sevelener Bürgerhaus. Dabei bot sich auch die Gelegenheit zum Rückblick auf zwei Jahrzehnte Programm. Von Anne Klatt

Seit nunmehr 20 Jahren steht der Issumer Kleinkunstabend für ein Programm mit feinster Unterhaltung und ist nicht nur bei den Issumern beliebt. So war es auch nicht verwunderlich, dass das Bürgerhaus in Sevelen wieder ausverkauft war.

Nach einem kurzen Rückblick auf die vergangenen 20 Jahre und die Idee, diese Programmform ins Leben zu rufen, begrüßte Michael Cuypers, Vorsitzender des Kultur-Kreises Issum, die Münsteraner Triton-Jazzband. Mit bekannten Jazzklassikern wie "Almost like being in love" von Nat King Cole und Ausflügen in den Blues mit Bill Withers' "Ain't no sunshine" schaffte es das Quintett, binnen weniger Takte das Publikum in seinen Bann zu ziehen. Vor allem die gelungenen Jazz-Interpretationen von den Popklassikern "Roxanne" oder "Tainted love" kamen gut bei den Kulturfreunden an. In drei Sets, über den Abend verteilt, lieferte die Triton-Jazzband Salon-Atmosphäre der 20er zum Wohlfühlen.

Vor dem von den Musikern gut eingestimmten Publikum präsentierte der Hüffelsheimer Komiker Matthias Jung sein Programm "Liegen haben kurze Beine". Nicht nur bei den ungewöhnlichen Erfahrungen, die Jung als Dörfler in der modernen Großstadt machen musste, brachen die Zuschauer in schallendes Gelächter aus. Auch die naive Art, in der Jung die Erlebnisse schilderte, ließ die Sevelener schmunzeln. Und auch bei Jungs Verwunderung über den neuen jugendlichen Slang, der mit Ausdrücken wie "Ey, du Knecht!" eher an Mittelaltersprache erinnere, hatte der Komiker die Lacher auf seiner Seite.

Eine interessante Wende des Abends und einen Hauch multikulturelles Flair brachten Ozan Akhan und Tunç Denizer mit ihrer "Hybrid Comedy" ins Bürgerhaus. Gekonnte Tanzeinlagen wechselten mit politischem Slapstick, Gesang und originellem Schauspiel. Als obdachlose "Straßenphilosophen" sinnierten die beiden Kölner über ihre Angst, unter Burnout zu leiden, oder über die Entschlackungskuren der Reichen. Ihr Programm "Ab- und Zuwanderer" ist ein Zusammenschnitt kurioser Zusammentreffen verschiedener Typen, so dass eine besondere Situationskomik die Sketche durchzog, die das Publikum forderte.

Auf welche Namen der Issumer Kleinkunstabend in seinem 20-jährigen Bestehen zurückblicken kann, machte Michael Cuypers beeindruckend deutlich: Vor den jeweiligen Programmpunkten Musik, Kabarett und Comedy las er die jeweiligen Gäste der Jahre 1996 bis 2015 vor. Bei der Musik fanden sich Größen wie Halle B oder die Drakes of Dixieland, während die Sparten Kabarett und Comedy auf Gäste wie Henning Venske, Mia Pitroff oder gar Mario Barth verweisen.

Die Mischung macht's - ein Motto, das den Issumer Kleinkunstabend seit jeher ausmacht. Paul Haesters, der mit seiner Frau Barbara das erste Mal beim Kleinkunstabend war, lobte begeistert die Arbeit der Organisatoren: "Es heißt zwar Kleinkunstabend, aber es steht doch der ,großen' in nichts nach."

Quelle: RP
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