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Straelen
Mundart auch was für Straelens Jugend

Straelen: Mundart auch was für Straelens Jugend
Ben van Treeck begeisterte die Zuhörer mit seinem Stück "Hänske wöönst sech wat". FOTO: thomas Binn
Straelen. "Osen Oevend op Stroels Ploatt" bereitet heitere Stunden im Forum des Gymnasiums. Toller Nachwuchs lässt für Zukunft der Mundart hoffen. Als Glanzlicht ein Stück über die langjährige Garderobenfrau der Stadthalle. Von Margret Linssen

Wer an einem trüben Sonntag im November einige heitere Stunden verleben wollte, der musste nur in das Forum des Gymnasiums gehen. Dort veranstaltete der Kulturring Straelen, mit Unterstützung vieler Mundartfreunde, "osen Oevend op Stroels Ploatt". Bereits nachmittags gab es eine Veranstaltung, die ausverkauft war. Gutes spricht nun mal für sich und ist deshalb sehr gefragt. Bernd Heines moderierte in Stroels Ploatt mit launigen Sprüchen die Auftritte.

Den Auftakt machten musikalisch die Herren des MGV "Waldeslust". Für den Mundart- Nachwuchs ist in Straelen bestens gesorgt. Til und Ben van Treeck, Judith Holtmanns, Mia Mesera, Maurice Horster und Lukas Langenstein trugen ihre "Sieger-Stökskes" aus dem Schülervorlesewettbewerb vor. Auf die Frage von Heines, wie sie sich als Gewinner fühlten, sagte Ben van Treeck: "Es ist ein tolles Gefühl, gewonnen zu haben." Alle Kinder und Jugendlichen ernteten viel Applaus für ihre Vorträge und Lukas Langenstein auch viele Lacher für seinen "Hahn van Dricketoant". Ihn wird man hoffentlich in der Erwachsenenklasse wiedersehen, weil er mit dem Abitur im nächsten Jahr die Schülerklasse verlässt.

Christa Valks-Buchmann ist die Vertreterin der "ernsten" Sparte. Mit einer Geschichte über einen gehbehinderten Jungen und seinen Hund brachte sie die Gäste zum Nachdenken. So richtig in Fahrt kamen die Gäste dann beim Vortrag von Mechtild Foitzik. Als echtes "Boekholter Mäeche" brachte sie, passend zur bevorstehenden Weihnachtszeit, die Geschichte von "Deän olde Christbuemstäänder". Da flogen den Zuhörern buchstäblich die Weihnachtsengel "um die Ohren". Er wohnt seit vielen Jahren in Geldern, die Liebe hat den ursprünglichen Mann aus Friesland an den Niederrhein geholt. Als Gastredner erzählte Günther Reitz in friesischem Platt Geschichten aus seiner alten Heimat. Seinen Worten wurde aufmerksam gelauscht.

Wie ein altes Ehepaar benahmen sich Deli Goumans und Heinz Velmans. Sie stritten sich über "nix und wieder nix". Eine muntere Schulstunde absolvierte Mechtild Foizik, alias "Fräulein Graupelschauer" mit ihrer Schulklasse. Im Blümchenkleid mit grauer Duttfrisur war sie die absolute Persiflage auf ein ehemaliges "Fräulein", das in der Straelener Innenstadt gewohnt und die Kinder kommandiert hat.

Für den erkrankten Paul Niskens sprang kurzfristig Heinz Velmans ein. Der Kauf einer Flurlampe in einer entfernten Stadt artete in eine Katastrophe aus. Die Quintessenz daraus: "Kauf in Straelen." Er hatte die Lacher auf seiner Seite. Eine von Velmans ins Plattdeutsche übertragene Ballade trug Meret Kurfürst gekonnt vor. Begleitet wurde sie von Lukas Langenstein an der Gitarre.

Das Beste kommt bekanntlich zum Schluss. Heines betonte, "Ähnlichkeiten mit lebenden Personen oder tatsächlichen Begebenheiten wären rein zufällig". Rein zufällig saß die Hauptperson, um die sich das Stück drehte, im Saal. Seit 30 Jahren ist "Billa" Garderobenfrau in der Stadthalle, die nun Bofrost-Halle heißt. Was sie erlebt und gesehen hat, spielten Leni Brimmers und Anne Pasch, beide begnadete Schauspielerinnen, in Stroels Ploatt sehr authentisch nach. Geschichten aus dem wahren Leben eben. Da wurden am Volkstrauertag Tränen der Freude gelacht.

Quelle: RP
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