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Geldern
Nach erfolgreicher Zeit das Ende vor Augen

Noch zwei Schuljahre Frist gibt es für die Geschwister-Scholl-Hauptschule, dann läuft sie aus. Mit viel Wehmut werden unzählige Ehemalige im Gelderland damit konfrontiert, dass "ihre" Hauptschule in Veert bald nur noch in den Geschichtsbüchern existiert.

In 50 Jahren seit der Gründung 1967 gab es drei Rektoren: Erst Werner Kirking, dann Jürgen Prüsse, und seit 2002 leitet Alfred Scholten die Hauptschule, in der zurzeit noch 25 Kollegen ab dem neuen Schuljahr in sieben Klassen unterrichten. Die dienstälteste Kollegin geht nach 43 Dienstjahren. Die Jungen bewerben sich weiter.

"Unsere Schüler mit mittlerem Schulabschluss gehen überwiegend weiter zum Berufskolleg. Etwa 20 Prozent haben einen Ausbildungsplatz. Viele sind schulmüde", analysiert der 62-jährige Scholten. Nicht nur Schüler aus Geldern und den Ortschaften kommen nach Veert, auch aus weiter gelegenen Orten - weil dort das Angebot einer Hauptschule nicht mehr existiert. "Es bleibt dabei. Wir vermitteln neben den Lerninhalten Aspekte wie Selbstständigkeit, Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit. Wehrhaftigkeit, wie es die Geschwister Scholl vorgelebt haben", betont Scholten. Er verweist auf den Dialogpreis für gute Taten. 10.000 Euro für Pakistan und 5000 für die Opfer auf Haiti wurden zusammengebracht. Meilensteine wie Inklusion wurden umgesetzt. Betriebspraktika in den Klassen 8 bis 10 dienen der Orientierung. Jüngste Sponsorenläufe brachten 5000 Euro für das Hospiz in Wetten. Viele Schulabgänger seien heute in der Umgebung in Handwerksberufen zu finden. "Gerade vor drei Wochen habe ich jemanden gesprochen, der nach der Schule eine Ausbildung machte, zum Berufskolleg ging und in Aachen Maschinenbau studiert. Und: Ein Dozent an der Fontys in Venlo ist ebenfalls ein Ehemaliger unserer Schule", bekommt Scholten immer noch Rückmeldungen von herausragenden Karrieren.

Auf ein Schulfest, wie es in all den Vorjahren gefeiert wurde, wird zum 50-Jährigen verzichtet.

(mk)
 
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