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Geldern
Nach Serie von Motorradunfällen raten Experten zu Fahrtraining

Geldern. Kleve Für Motorradfahrer gibt es nichts Schöneres, als bei den ersten warmen Sonnenstrahlen ihre Maschine aus der Garage zu holen und zu einer ersten Tour aufzubrechen. Doch oftmals endet eine solche erste Ausfahrt schlimm, denn viele Fahrer sind nach der langen Winterpause nicht mehr richtig mit ihrem Motorrad vertraut. Angesichts mehrerer schwerer Motorradunfälle, die sich im Kreis innerhalb von drei Tagen ereignet haben, raten Experten Motorradfahrern dazu, sich und ihre Maschine zu Beginn der Saison fit zu machen. Von Marc Cattelaens

"Gerade zum Saisonstart überschätzen viele Fahrer ihr Können, sie haben mangelnde Routine. Außerdem sind viele Auto- und Motorradfahrer nicht sensibilisiert im Umgang miteinander", sagt Norbert Heistrüvers vom Fahrsicherheitszentrum Rheinberg, das mit der Verkehrswacht im Kreis Kleve kooperiert. Fahrer sollten vor der ersten Tour ihr Motorrad einem Technik-Check unterziehen, bei dem alle wichtigen Funktionen des Fahrzeugs wie Bremsen oder Licht geprüft werden, rät Heistrüvers. "Wer monatelang seine Maschine nicht angerührt hat, sollte sich durch ein Motorrad-Sicherheitstraining auf die Saison vorbereiten. Sicherlich verlernt man im Winter das Motorradfahren nicht, aber Reaktion und Gefühl, gerade in kritischen Situationen, lassen nach", betont der passionierte Motorradfahrer.

Ein solches Training bietet das Fahrsicherheitszentrum Rheinberg an. "Hierbei werden Fahrmanöver trainiert, und die Teilnehmer bekommen wertvolle Tipps zum richtigen Verhalten in Gefahrsituationen", sagt Heistrüvers. Davon könnten sowohl Anfänger als auch "alte Hasen" profitieren. "Selbst routinierte Motorradfahrer schaffen es in Notsituationen häufig nicht, die Bremsleistung optimal zu dosieren", betont Heistrüvers.

Auch Paul Joosten hat viele Jahre Motorradsicherheitstrainings für die Verkehrswacht Kreis Kleve durchgeführt. Früher war das an verschiedenen Orten im Kreis Kleve möglich. "Leider kann die Verkehrswacht wegen neuer gesetzlicher Vorgaben kein eigenes Training mehr anbieten, dazu fehlt ihr ein geeigneter Platz", bedauert Joosten.

Nach Statistiken der Polizei ist in 60 Prozent aller Unfälle ein Pkw an Unfällen mit Motorrädern beteiligt. "Hier wiederum liegen in 70 Prozent der Fälle die Ursachen darin, dass das Motorrad vom Pkw-Fahrer gar nicht oder falsch wahrgenommen wird", sagt Heistrüvers. Er appelliert an Autofahrer, aufmerksam zu sein und vor dem Abbiegen besonders auch nach Motorradfahrern Ausschau zu halten.

Heistrüvers: "Beim Spurwechsel oder Anfahren vom Fahrbahnrand besteht die Möglichkeit, dass sich ein Motorrad im toten Winkel befindet."

Paul Joosten sieht eine besondere Verantwortung beim Motorradfahrer selbst: "Man muss die anderen Verkehrsteilnehmer und sein Umfeld ganz genau beobachten. Ein Motorrad hat keine Knautschzone."

Quelle: RP
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