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Geldern
Nachmittagsbetreuung wieder in der Diskussion

Geldern. Geldern stehen neue Diskussionen um die Nachmittagsbetreuung an Grundschulen ins Haus. Zunächst mal dürfen zwei Schulen, die das möchten, im kommenden Sommer eine zweite Gruppe für die "Flexible Betreuung" eröffnen: die Hartefelder St.-Antonius-Schule und die Kapellener Marienschule. Das hat der Schulausschuss des Stadtrates - gegen die Stimmen der SPD - abgesegnet. Aber das ist nur eine Momentaufnahme: Die SPD ist dafür, nicht die Flex-Gruppen, sondern den pädagogisch anspruchsvolleren "Offenen Ganztag" (OGS) zu stärken.

Wesentlicher Zug der "Flexiblen Betreuung" ist, dass die Kinder an Teilnahme und Abholzeiten weniger gebunden sind als im Offenen Ganztag. Das Familienleben muss sich also weniger danach richten. Weil viele Familien sich das wünschen, passt Nordrhein-Westfalen zum kommenden Schuljahr allerdings auch den Offenen Ganztag an. Für außerschulische Bildungsangebote, Ehrenamt, Vereinsaktivitäten, Therapien oder familiäre Ereignisse sollen Kinder von der Teilnahme entbunden werden dürfen.

"Wir sehen die Notwendigkeit für die Flex-Gruppen insgesamt nicht mehr", stellte Melanie Croonenbrock (SPD) daher im Schulausschuss fest. Die Sozialdemokraten regen an, dass alle Schulen ab dem Schuljahr 2019/2020 nur noch Offene-Ganztags-Gruppen anbieten. Aus pädagogischen Gründen hatte SPD die Einführung der Flex-Gruppen von Anfang an kritisiert.

Die übrigen Parteien positionierten sich anders. "Wir sehen immer noch Unterschiede zwischen OGS- und Flex-Gruppen", sagte Martina Wolters (Grüne). Man wolle den Elternwillen vornean stellen, betonte die FDP. Die CDU deutete an, man könne die Lage ja in Zukunft noch mal neu beurteilen. Sie votierte aber zunächst mal für die verlangten Flex-Gruppen an den beiden Grundschulen, die Bedarf angemeldet hatten.

Es gibt auch eine finanzielle Dimension: Offene-Ganztags-Gruppen werden durch das Land stärker gefördert als Flex-Gruppen.

(szf)
 
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