| 00.00 Uhr

Gelderland
Nachsitzen für den Glasfaser-Anschluss

Gelderland. Nur Kervenheim sowie Brüxken/Rieth/Herongen haben bisher die erforderlichen 40 Prozent bei den Vertragsabschlüssen geschafft. Für den Rest verlängert die Deutsche Glasfaser GmbH die Frist noch einmal. Von Michael Klatt

Mit "Jetzt oder nie" wirbt die Deutsche Glasfaser GmbH auf ihren hellblauen Plakaten für den Breitbandausbau auf dem flachen Land. Und für das Unternehmen aus Borken scheint bei seinem Vorstoß am Niederrhein nur das "Jetzt" zu zählen. Zwar hat bis auf zwei Ausnahmen trotz intensiver Werbekampagnen kein Gebiet zum Stichtag die erforderlichen 40 Prozent Vertragsquote geschafft. Doch wollen die Internet-Modernisierer offensichtlich überall unbedingt die Mindestanzahl von Haushalten in den Ausbaugebieten gewinnen - und dafür ist Nachsitzen angesagt, sprich: Der Stichtag für die erste Gruppe wurde vom 23. September auf Mitte November und Anfang Dezember verlegt.

Das Ziel erreicht haben bereits Kervenheim mit 47 Prozent sowie das Trio Brüxken/Rieth/Broekhuysen. Diese Straelener Ortschaften kamen bei der "Nachfragebündelung", wie die Deutsche Glasfaser die Akquisephase nennt, auf 42 Prozent.

"Wir würden hier gerne sofort mit dem Internet-Ausbau beginnen", sagte gestern Nicole Holländer, bei der Deutschen Glasfaser fürs Marketing zuständig. Doch dafür sei es wichtig, zu wissen, wie viele Ortschaften mitgenommen werden können, um an die Hauptknotenpunkte in Düsseldorf und Frankfurt am Main angeschlossen zu werden. Deshalb bittet sie die Bürger in den vier erfolgreichen Ortschaften noch um ein wenig Geduld.

Für den Rest der ersten von der Kampagne betroffenen Gruppe wurde die Frist verlängert, und zwar bis zum 14. November und für Weeze sogar bis zum 5. Dezember. Im Schreinerdorf sind bisher 18 Prozent erreicht. "Nach dem Sommerloch und dem Optimismus zum Ende der Nachfragebündelung ist einfach noch etwas Zeit nötig, um die noch notwendigen 22 Prozent zu schaffen", teilt die Kommune mit. Viele hätten sich erst zum Ende entschieden oder sogar erst damit beschäftigt, einen Vertrag mit Deutsche Glasfaser abzuschließen.

So sei es nun noch mal notwendig, mit der Verlängerung "den wichtigen Schritt in die Weezer Zukunft" zu schaffen. "Für Glasfaser müssen nun alle an einem Strang ziehen und vermitteln, dass jeder einzelne Vertrag wichtig ist und zählt", trommelt die Gemeindeverwaltung am Cyriakusplatz. Nicole Holländer hat keine Bauchschmerzen wegen Weeze. "Da passiert einiges."

Ähnliche Unterstützung erfährt das Internet-Projekt auch aus den anderen Rathäusern. Fast überall ist man weiter als in Weeze, nur Wachtendonk/Gelinter muss ebenfalls, allerdings schon bis zum 14. November, um 22 auf 40 Prozent zulegen. Andere Gebiete haben das 40-Prozent-Ziel für den 14. November schon in Sichtweite. Wankum/Aerbeck/Kuckeskamp bringen es auf 36 Prozent. 34 Prozent stehen für Stenden/Aldekerk/Rahm/Eyll/Obereyll zu Buche. Jeweils 30 Prozent sind es bei Nieukerk/Winternam und bei Sevelen/Vorst/Oermten. Nicht zuletzt bei den Wirtschaftsförderern ist der Optimismus ungebrochen, die 40-Prozent-Quote doch noch zu schaffen. "Der Trend sieht positiv aus", meint die Marketing-Frau der Deutschen Glasfaser. Sie machte jedoch auch deutlich, dass es eine nochmalige Verlängerung nicht geben werde. "Das Budget für die Werbekampagne ist ausgereizt."

Gegenüber diesen Werten nehmen sich die Vertragsabschlüsse in den Gebieten der zweiten Tranche, für die der Stichtag 7. November gilt, bisher bescheiden aus. Da sind sogar zehn Prozent noch in weiter Ferne. Auwel-Holt/Herongen liegen bei fünf Prozent. Gar nur auf jeweils drei Prozent bringen es bisher Issum und Straelen.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Gelderland: Nachsitzen für den Glasfaser-Anschluss


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.