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Geldern
Neue Ideen für das Walbecker Freibad

Geldern. Bäderverein und Stadt haben erkannt: Nur mit ehrenamtlicher Arbeit ist die XXL-Anlage auf Dauer nicht zu unterhalten. Mit hauptamtlichem Personal und neuen Angeboten soll jetzt ein Sport- und Erlebniszentrum entstehen. Von Lutz Küppers

Ende des Monats sollen die Gespräche zwischen dem Bäderverein, der das defizitäre Waldfreibad seit 2003 von der Stadt Geldern gepachtet hat, und den zuständigen Stellen im Rathaus beendet sein. Das erklärte der Vorsitzende des Bädervereins, Friedhelm Lange, jetzt bei einem Redaktionsbesuch. Dann soll auch klar sein, wie ein wirtschaftlich tragbares Konzept für die über zehn Fußballfelder große Fläche künftig aussehen soll. "Dabei werden wir auf einen Punkt aber Wert legen: Die Bevölkerung wird immer die Gelegenheit haben, im Waldfreibad für kleines Geld zu schwimmen und so etwas für die eigene Gesundheit tun zu können", stellt Lange klar.

Nach dem angekündigten Weggang von Tipidorf-Betreiber Daniel van Bonn zum Schloss Walbeck (die RP berichtete) war dem Verein schnell klar, dass hier Ersatz her muss. Schließlich soll das Waldfreibad nicht nur im Sommer bei entsprechenden Temperaturen Umsätze erzielen, sondern soll mehr und mehr wetter-unabhängig werden.

"Wir haben gleich fünf ausgeschilderte, bekannte Radtouren vor der Haustür, dazu die wunderschöne Waldlandschaft und natürlich unseren touristisch bekannten Ort Walbeck selbst", so Lange, der sich daher durchaus vorstellen kann, eine Jugendherberge oder ein Baumhotel, wo die Gäste quasi in Holzzimmern zwischen den Ästen schlafen, auf dem Gelände des Freibades zu installieren. Gemeinsam mit einer entsprechenden Gastronomie könnte die Anlage so im Jahresverlauf mehr ausgelastet werden. Wobei neben dem sanften Tourismus auch der Gesundheits-Aspekt viel zum Erfolg des neuen Waldfreibades, das dann als "Interregionales Sport- und Erlebniszentrum" firmieren soll, beitragen könnte. Deshalb haben auch die Walbecker mehr als nur ein Auge auf den Kneipp-Verein geworfen, der irgendwann mal seine Anlage ja auch verwirklichen will. Bekanntlich scheitern die Pläne am Gelderner Seepark an einer derzeit nicht zur Verfügung stehenden Wiese. Und auch der Kevelaerer Wirtschaftsförderer Hans-Josef Bruns hat mit Kneipp-Chef Udo Spelleken offenbar bereits mehr als nur losen Kontakt aufgenommen. Schließlich würde eine Anlage mit verschiedenen Becken und einem Barfußweg auch dem geplanten Gesundheitspark auf der Hüls gut zu Gesicht stehen. Mehr als nur komplettiert würde das neue Zentrum am Walbecker Bergsteg durch Outdoor-Fitness-Geräte, ein Veranstaltungsgelände beispielsweise für Konzerte oder Comedy, und eine Laufbahn auf dem guten Waldboden - möglichst ausgeleuchtet für lange Winterabende. Auch die Pfadfinderstämme könnten mit Angeboten wie Bogenschießen eingebunden werden.

Für die Realisierung von allen Projekten oder auch nur einem Teil müsste eine GmbH gegründet werden, die dann Festanstellungen vornimmt. Die Finanzierung könnte für private Investoren interessant sein. Auch an Crowdfunding (Finanzierung durch viele User im Netz) wird schon gedacht.

Quelle: RP
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