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Straelen
Neue Thesen zum Luther-Tag

Straelen: Neue Thesen zum Luther-Tag
Die Schüler (v. l.) Eva Spachtholz, Maurice Bücken, Leonie Verbeek, Sarah Schürmanns und Anna-Lena Sieben bei der Arbeit. FOTO: bimo
Straelen. Am Straelener Gymnasium drehte sich einen Tag lang alles um das Thema Reformation. Kunst- und Relikurse hatten zusammengearbeitet, Spiele wurden entwickelt. Mit einer Rallye tauchten die Schüler in die Welt Martin Luthers ein. Von Bianca Mokwa

Mitten im Schulflur steht eine Staffelei. Stefan Helders und Jonathan Struzena stehen davor, umringt von Schülern. Die beiden erklären ausführlich, was auf dem Foto zu sehen ist. Das Foto zeigt das Altarbild, das in der evangelisch-lutherischen Stadtkirche St. Peter und Paul in thüringischen Weimar zu sehen ist. Im Straelener Gymnasium hat es aber auch seine Berechtigung. "Wir haben Luther-Tag aus Anlass von 500 Jahren Reformation", erklären Jonathan und Stefan. Kunst- und Relikurs haben zusammengearbeitet. Die Kursteilnehmer erklären den Schülern genau, was auf dem Altarbild zu sehen ist. Zum Beispiel ist Luther abgebildet, aber auch der Maler selbst, Lucas Cranach. Das Antlitz von Jesus Christus gibt es gleich drei Mal zu entdecken. "Man sieht ja sonst gar nicht, was so alles an Theologie in einem Bild steckt", erklärt Lehrerin Christel Terhorst. Von der Decke hängen auf gelben Papier noch einmal die wichtigsten Figuren als Zeichnung.

Ein paar Schritte weiter duftet es verführerisch. Zur Stärkung haben Davida Heuer, Celine Stiefken und Durvi Rajan unter der Anleitung von Elli Peltzer süße Lutherrosen gebacken. Was es mit der Lutherrose auf sich hat, wird ein paar Klassenräume weiter erläutert.

Dort dreht sich alles um den Alltag Luthers. "Wir haben versucht, auf verschiedenen Ebenen, das was Reformation ausmacht, in die Schule zu bringen", sagt Christel Terhorst. An der Fensterseite hängt in großen Buchstaben das berühmte Zitat des Reformators: "Wenn morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen." Auf der anderen Seite hängt seine Biografie. Die jüngeren Schüler sind zu einer Reformations-Rallye aufgebrochen und beantworten Fragen auf ihrem Laufzettel. Mittendrin sind Maurice, Leon, Anna und Wibke aus der 7a. Sie wissen zum Beispiel, dass Martin Luther am 10. November 1483 geboren wurde, am Martinstag. "Überrascht hat mich, dass er sich immer über die Politik und die katholische Kirche beschwert hat und dann für vogelfrei erklärt wurde. Das heißt, jeder, der ihn sah, durfte ihn töten", sagt Maurice.

Dafür habe Luther in der Zeit seiner Flucht die Bibel vom Lateinischen ins Deutsche übersetzt. Ein Klassenzimmer weiter konnte die Welt des Reformators übrigens spielerisch kennengelernt werden. Schüler hatten mit viel Liebe zum Detail Brettspiele entworfen. "Was hätte Luther heute gesagt?", das wollte Lehrerin Anne Völlings von den Schülern an einer weiteren Station wissen. Und weil der Reformator heute vermutlich gepostet hätte, durften die Schüler ihre Thesen auf bunte "Post-it"-Zettel schreiben.

An dieser Station erklären die Kursteilnehmer den Schülern, was auf dem Altarbild in der Stadtkirche St. Peter und Paul in Weimar zu sehen ist. FOTO: G. Seybert

Da stand zum Beispiel der Wunsch nach längeren Pausen oder keinen Hausaufgaben am Freitag drauf, aber auch: "Gleichberechtigung für alle" oder Tagesaktuelles wie "Donald Trump soll vernünftig werden und das Klima wieder in Ordnung". Auch Dinge, die die Kirche betreffen, wurden formuliert, etwa: "Es könnte mehr Gottesdienste für Kinder geben" oder "Mich stört die lange Lesung" und "Ich finde es traurig, dass eine Frau nicht eine Frau oder ein Mann einen Mann in der Kirche heiraten darf".

Quelle: RP
 
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