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Geldern
Neuer Bau für Gelderns "Alte Polizei"

Geldern: Neuer Bau für Gelderns "Alte Polizei"
Die Fläche gegenüber des alten Landratsamts, auf der einst die Polizei ihr Verwaltungsgebäude hatte, ist mit Wasserlaachen und Unkraut übersät (kleines Bild). Wohl nicht mehr lange. Der erste Entwurf für ein Wohn- und Geschäftshaus (oben)) wurde jetzt der Politik vorgestellt. FOTO: Seybert /Illustration: Stadt
Geldern. Im Erdgeschoss sind Arztpraxis, Versicherung und Bäckerei vorgesehen. In den drei Stockwerken darüber ist Platz für insgesamt 30 Wohnungen. Die Stadtverwaltung und der Fachausschuss sehen die Entwicklung positiv. Von Michael Klatt

Eine von Grün überwucherte Brachfläche erstreckt sich dort, wo einst die alte Polizeiwache gestanden hat. Jetzt sieht es so aus, als sollte die Baulücke an der Kreuzung Issumer Tor bald geschlossen werden. Dem Gelderner Bau- und Planungsausschuss wurde der erste Entwurf für ein Wohn- und Geschäftshaus vorgestellt, der sowohl von den Politikern als auch von der Stadtverwaltung positiv beurteilt wurde.

Gelderns Wirtschaftsförderer Tim van Hees-Clanzett erinnerte daran, dass es ab Januar 2013 mehrfach überarbeitete Konzepte zur Nachfolgenutzung des Polizeigeländes gegeben habe, die sich, inklusive der Tiefgarage, letztlich nicht realisieren ließen. Seit Oktober 2016 liefen Gespräche mit Miet- und Kaufinteressenten, die im Februar zur jetzigen neuen Planung führten.

FOTO: Seybert Gerhard

Demnach soll ein vierstöckiges, L-förmiges Gebäude entstehen. Im Erdgeschoss will zur Weseler Straße hin eine Krankenversicherung Büroräume beziehen. An der Ecke Weseler Straße/Stauffenbergstraße soll eine Bäckerei mit Außengastronomie entstehen. Längs der Stauffenbergstraße wollen sich zwei junge Ärzte aus dem Aachener/Kölner Raum mit einer Gemeinschaftspraxis für Kiefer- und Gesichtschirurgie niederlassen.

In der zweiten bis vierten Etage sollen zehn Wohnungen pro Geschoss untergebracht werden. Das Flachdachgebäude entspricht in der Höhe laut van Hees-Clanzett ungefähr dem schräg gegenüberliegenden Adelheidhaus. Das Fassadenmaterial soll dem zuvor geplanten Bauwerk entsprechen. Auf eine Tiefgarage wird verzichtet, die Parkplätze werden quasi im Innenhof des vierstöckigen Gebäudes zur Pater-Delp-Straße hin angeordnet. Für die Zufahrt von der Stauffenbergstraße aus wird eine neue Linksabbiegerspur angelegt. "Insgesamt ist das neue Gebäude nicht mehr so massiv wie der alte Entwurf", fasste van Hees-Clanzett zusammen. Das wirke sich nicht zuletzt günstig aus für die Verschattung der Nachbarbebauung. Der Parkplatz sei begrünt, von der Höhe her sei das Bauwerk verträglich.

Die grundsätzlich positive Einschätzung der Verwaltung teilten auch die Ausschussmitglieder, hatten aber hier und da doch kritische Anmerkungen zu machen. "Gut, dass es mit der Nutzung an dieser Kreuzung weiter geht", befand Hermann-Josef Eicker (SPD). Die begrünten Parkplätze findet er schön, nicht jedoch die Ausdehnung des Baukörpers bis an die Straße heran. Hier sei eine Zurücknahme der Baugrenze besser. Sein Parteifreund Dietmar Bexkens mahnte, einen Unterstand für die Buspassagiere nicht zu vergessen. Hauke Sieberichs (CDU) missfiel die Anordnung der Garagen an der Pater-Delp-Straße. Bernd Bianchi (Bündnis 90/Grüne), von Beruf Polizeibeamter, fühlte sich durch den Entwurf an die alte Wache erinnert. Wie Eicker forderte er größeren Abstand des Hauses zur Straße, um Platz für Grün und das Café zu schaffen.

"Wir kommen hier endlich weiter", äußerte sich Bürgermeister Sven Kaiser über den näher gerückten Lückenschluss. Das Eingangstor aus Richtung Issum solle gut aussehen. Die Anregungen aus dem Ausschuss, so Kaiser, werden in die konkretere Planung einfließen. Den beiden ansiedlungswilligen Ärzten sollen die grundsätzlich positiven Signale aus dem Ausschuss übermittelt werden.

Quelle: RP
 
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