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Sacha Sohn
Neuer Naturgarten-Verein für den Niederrhein geplant

Sacha Sohn: Neuer Naturgarten-Verein für den Niederrhein geplant
Sacha Sohn vom Hilshof in Winternam. FOTO: privat
Geldern. Nächstes Treffen am 23. August. Kein XXL-Grundstück nötig. Winternamerin erklärt, warum nicht immer alles in bester Ordnung sein muss.

Die Idee ist, eine Regio-Gruppe vom Naturgarten-Verein zu gründen. Was steckt dahinter?

Sacha Sohn Aktuell läuft die Kennenlernphase. Wir sind alles Naturgärtner und Naturgarteninteressierte aus Wachtendonk, Straelen, Kerken, Moers, Rheurdt und Xanten. Das ist das Einzugsgebiet. Wir treffen uns immer in anderen Gärten und sehen uns darin um.

"Naturgarten" - was ist darunter zu verstehen?

Sohn Der Naturgarten besteht vornehmlich aus heimischen Pflanzen. Die Idee dahinter ist der Naturschutz: unsere hiesige Flora und Fauna zu erhalten. Die Sache ist die, dass die heimische Tierwelt mit importierten Pflanzen einfach nichts anfangen kann. Zum Vergleich: Die deutsche Eiche beherbergt bis zu 1000 Insekten- und Schmetterlingsarten, während auf der Platane, die erst im 18. Jahrhundert als "Neubürger" zu uns kam, nur ein Dutzend verschiedener Tiere leben. Ähnlich ist es mit vielen Staudenarten und Balkonpflanzen. Leider haben viele Gartenbesitzer kein Wissen mehr um die heimischen Stauden wie Leimkraut, Flockenblume, Kronwicke und Natternkopf.

Was sind die Vorteile?

Sohn Der Naturgarten trägt das ganze Jahr über viele Früchte, Blüten und hat eine große Pflanzendiversität. Schön ist es, wenn es unterschiedliche Bereiche gibt, etwa einen Teich und einen trockeneren Bereich. Wie ein Garten angelegt und aufgeteilt wird, hängt natürlich auch von der Größe ab.

Gibt es Vorurteile?

Sohn Viele denken, ein Naturgärtner hat Jahre nichts getan im Garten, nur weil es auf den ersten Blick nicht besonders ordentlich aussieht. Einige verstehen nicht, warum die Brennnesseln und verblühte Stauden stehen gelassen werden, statt sie auszurupfen, oder in der Ecke ein Asthaufen liegt oder man in Pflasterritzen Habichtskraut und Pfirsichblättrige Glockenblume wachsen lässt.

Und warum ist das im Naturgarten so?

Sohn Der Asthaufen ist ein Igelhaus und beherbergt viele Nützlinge, die ungeliebten Brennnesseln sind ganz wichtig für viele Insekten, zum Beispiel Schmetterlingsraupen. In hohlen Stengeln überwintern Wildbienen, die Samen verblühter Blumen sind bei Vögeln als Futter sehr beliebt. Die enthalten nämlich andere Wirkstoffe als die dick machenden Sonnenblumenkerne. So ein ganz aufgeräumter Garten ist gar nicht gut.

Wie lässt sich ein Reihenhausgarten in einen Naturgarten verwandeln?

Sohn Nicht nur reiner Rasen; schöner wäre es, wenn auch Wiesenpflanzen und Kräuter wachsen und der Klee auch mal stehen bleibt und blühen kann für die Bienen und Hummeln. Einige Versteckmöglichkeiten sollte ein Garten schon haben. Was ordentlich ist, ist per se kein Garten für Tiere. Als Initialzündung hilft auch eine Tüte mit Wildblumen. Eines unserer nächsten Projekte ist eine Pflanzenbörse im Herbst mit Samen und Stecklingen.

Muss auf alle fremdländischen Pflanzen verzichtet werden?

Sohn Ein Garten soll allen Freude machen, auch dem Besitzer. Das heißt also nicht, dass ich als Naturgartenplanerin alles rausschmeißen würde. Ich kann neben dem mediterranen Gewächs zum Ausgleich die Wilde Möhre stehen lassen. Mein Motto ist: Jede Blüte zählt.

Wie können Interessierte mitmachen?

Sohn Unser nächstes Treffen ist am Sonntag, 23. August, im Kräuterreich, Gülixweg 53, in Neukirchen-Vluyn. Ansonsten Kontaktaufnahme über den Hilshof per E-Mail an info@hilshof.de.

DIE FRAGEN STELLTE BIANCA MOKWA.

Quelle: RP
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