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Wachtendonk
Neues Haus für Wachtendonks Jugend?

Wachtendonk: Neues Haus für Wachtendonks Jugend?
Die Politik sucht nach einer Nutzungsmöglichkeit des Gebäudes an der Mühlenstraße in Wachtendonk. FOTO: Gerhard Seybert
Wachtendonk. Das Gebäude Mühlenstraße 8 ist im Gespräch, zumindest vorübergehend für die Jugendarbeit genutzt zu werden. Die kalkulierten 40.000 Euro für eine Sanierung reichen aber nicht. Es wird jetzt nach anderen Wegen gesucht. Von Michael Klatt

Seit dem vorigen November befindet sich das Grundstück Mühlenstraße 8 im Besitz der Gemeinde Wachtendonk. Das darauf stehende Haus, das zwar kein Baudenkmal ist, sich aber im Denkmalbereich des historischen Ortskerns befindet, soll als Jugendtreff genutzt werden. Das bisherige Jugendheim "Old School" wird bekanntlich zum Unterbringen von Flüchtlingen benötigt. Doch ob, ab wann und für wie lange die Jugendarbeit an der Mühlenstraße aufgenommen werden kann, ist noch offen.

Das Haus ist in seinem jetzigen Zustand nicht zu gebrauchen. Nach Ansicht der für die Jugendarbeit zuständigen Mitarbeiterinnen Claudia Holzemer-Hegger und Stephanie Klatzek ist die einst angedachte mittelfristige Nutzung über etwa fünf Jahre an diesem Standort nicht wünschenswert. Gänzlich ungeeignet ist die Immobilie laut Urteil der Bauaufsichtsbehörde des Kreises Kleve. Sie befand im November, das Gebäude erfülle nicht mehr die Vorgaben der Landesbauordnung.

Im März beschloss der Gemeinderat, einer Empfehlung des Haupt- und Finanzausschusses folgend, 40.000 Euro für die Herrichtung der Räume in der Mühlenstraße 8 im Haushalt bereitzustellen. Einig waren sich die Politiker dabei, dass es sich bei dieser Renovierung nur um eine Übergangslösung handeln könne. Die Übergangszeit sollte genutzt werden, um nach einem anderen Jugendhaus, möglichst in Ortskernnähe, zu suchen. Doch nachdem das mit der Planung und Prüfung beauftragte Architektenbüro das Haus besichtigt hat, steht fest: Die veranschlagten 40.000 Euro reichen für den Umbau längst nicht aus.

Doch noch geben die Wachtendonker Politiker das Haus Mühlenstraße 8 für die Jugendarbeit nicht auf. In der jüngsten Ratssitzung erging der Auftrag an die Verwaltung, mit dem Klever Bauamt und dem Architekten doch noch nach Wegen zu suchen, wie das Gebäude für 40.000 Euro nutzbar gemacht werden kann. "Das ist für uns als CDU der Favorit", betont Parteivorsitzender Georg Camp. Er verweist auf eine Besichtigung, die von den Christdemokraten gemeinsam mit einem Bauexperten durchgeführt wurde. "Wir sehen da durchaus Möglichkeiten, es temporär für die Jugendarbeit zu nutzen." Noch in diesem Monat soll ein entsprechendes Gespräch stattfinden.

Sollten sich die Probleme an der Mühlenstraße "wider Erwarten als unlösbar erweisen", wie es Grünen-Fraktionsvorsitzender Ludwig Ramacher formuliert, soll mit Hochdruck an anderen Lösungen für den Jugendbereich gearbeitet werden. "Die Verwaltung wird weiter die Ohren und Augen offen halten", formuliert Camp. Laut Ramacher sieht sich die Politik hier insgesamt im Wort gegenüber den Bürgern.

Der Verwaltung schwebt auch eine andere Verwendung des Grundstücks vor, sollte die Jugendarbeit an der Mühlenstraße 8 kein Thema mehr sein. Das Rathaus wird zu eng und bedarf einer Erweiterung. Dafür böte sich das Areal an. Die ursprünglich veranschlagten 262.000 Euro für einen möglichen Abriss und Neubau hatte der Rat im Haushalt gestrichen. Diese Summe dürfte für die Etatberatungen 2017 wieder auf die Tagesordnung kommen. Wie Ramacher berichtet, wird das Projekt Rathauserweiterung im Rat unterschiedlich gesehen.

Quelle: RP
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