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Geldern
Neues Konzept für das Kapuzinertor

Geldern: Neues Konzept für das Kapuzinertor
Die Illustration des Projektes zwischen Ostwall (oben), Sandsteg (links) und Kapuzinerstraße (unten). FOTO: Rathke Architekten BDA
Geldern. Der Gelderner Bau- und Planungsausschuss befasst sich heute erneut mit dem Bauprojekt. Für das Areal zwischen Ostwall und Kapuzinerstraße musste umgeplant werden. Archäologische Funde haben Konsequenzen. Von Michael Klatt

Die Gelderner Stadtgeschichte hat Konsequenzen für die Gegenwart. Weil Archäologen auf dem Baugelände für den neuen Einkaufskomplex Kapuzinertor auf alte Klostermauern stießen, ergeben sich für das Projekt Veränderungen. Über sie berät der Gelderner Bau- und Planungsausschuss in seiner heutigen Sitzung.

Wie berichtet, stießen die Experten vom Landschaftsverband Rheinland (LVR) auf Mauern aus dem 14. Jahrhundert, bei denen es sich, Überreste von Gräbern lassen es vermuten, wohl um den Bestattungskomplex des Klosters Nazareth handelt. "Im Boden findet man ungestört 300 Jahre Klostergeschichte", erklärte Uwe Steinkrüger vom LVR gegenüber der RP vor rund zwei Monaten.

Urteil der Experten: Das Bodendenkmal ist von erheblicher Bedeutung für die Geschichte Gelderns und muss erhalten werden. Das heißt auch: Das neue Nahversorgungszentrum zwischen Ostwall und Kapuzinerstraße muss um die Funde quasi herumgebaut werden. Was zu einigen Änderungen in der Planung führt.

Die überarbeitete Vorhabenplanung sieht jetzt nach wie vor einen Lebensmittel-Frischemarkt als Vollsortimenter vor. Verzichtet wird allerdings auf die Entwicklung eines Lebensmitteldiscounters im Plangebiet, da dessen Fläche für die nun erforderlichen oberirdischen Kundenparkplätze vorgehalten werden müssen. Die ursprünglich geplante Tiefgarage lässt sich wegen des archäologischen Fundes nicht mehr realisieren. 153 Parkplätze sollen ebenerdig entstehen.

Ansonsten sollen laut Vorlage für den Ausschuss die wesentlichen Planungselemente unverändert bleiben. An den Kapuzinerplatz soll ein Bäcker kommen. Am Ostwall/Ecke Sandsteg soll ein zweigeschossiges Büro- und Geschäftshaus mit einer Grundfläche von rund 530 Quadratmetern entstehen.

Unverändert bleibt die Erschließung. Die Anlieferung sowie die Zu- und Abfahrt zum Kundenparkplatz erfolgen nach wie vor über den Ostwall. Der ebenerdige Eingang zum rund 2800 Quadratmeter großen Lebensmittelmarkt in Verbindung mit der namensgebenden Torsituation bleiben an der Kapuzinerstraße. Unverändert ist auch die Abstaffelung des Gebäudes zum Sandsteg hin, ebenso die geplante Fassadengestaltung.

Die Gebäude der ehemaligen Berufsschule, die am Ostwall stehen bleibt, wird wegen der jetzt oberirdisch angelegten Parkplätze mehr zurückgebaut als vorgesehen. Ein zur Kapuzinerstraße hin ausgerichteter Trakt wird abgerissen. Die zum Ostwall hin liegenden Gebäude, inklusive des denkmalgeschützten Refektoriums, sowie die Nutzungsmischung mit Einrichtungen sozialer Trägerschaft bleiben unverändert erhalten.

Auch mit der veränderten Planung soll das Kapuzinertor das Gelderner Stadtzentrum qualitativ stärken. So versprechen sich die Pläner weiterhin eine Initialwirkung für die Aufwertung des Bereichs Kapuzinerstraße/Heilig-Geist-Gasse, zum Beispiel durch das Anlegen eines Kapuzinerplatzes.

Einige Empfehlungen hat der Beirat für Stadtgestaltung im Zusammenhang mit dem Projekt ausgesprochen. So befürwortet er eine Wegeverbindung zum Nachbargrundstück des alten Arbeitsamtes. Für den neu freigestellten Bereich sei eine Prägung durch Bäume zu berücksichtigen, die gerne künstlerisch gestaltet werden dürfe. Für den Säulengang entlang der Kapuzinerstraße schwebt dem Beirat eine "rhythmisierende Taktung" vor, indem man ihn zum Beispiel in die Themen Einkauf, Parken und Kultur drittelt.

Quelle: RP
 
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