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Gelderland
Niersexpress: Fehlstart statt Pünktlichkeit

Gelderland: Niersexpress: Fehlstart statt Pünktlichkeit
Die Gleisbauarbeiten auf der Strecke des RE 10 sind beendet. Deswegen sollte der Niersexpress zwischen Kleve und Düsseldorf ab Montag eigentlich wieder pünktlich fahren. Stattdessen kam es zu Zugausfällen und stundenlangen Verspätungen. FOTO: Gottfried Evers
Gelderland. Fahrgäste des RE 10 kamen am Montagabend erst mit vielen Stunden Verspätung an ihrem Fahrtziel an. Grund waren eingefrorene Weichen und ein Triebwerkschaden. Eine Pendlerin will jetzt juristisch gegen die Nordwestbahn vorgehen. Von Andreas Reiners und Marc Cattelaens

Ende vergangener Woche hatte die Nordwestbahn vollmundig angekündigt, dass Bahnkunden ab Montag wieder mit pünktlichen Zügen auf der Strecke des RE 10 zwischen Kleve und Düsseldorf rechnen könnten, weil Arbeiten an zwei Baustellen auf dem Streckenabschnitt zwischen Geldern und Kempen dann beendet seien. Für den Austausch von Gleisen und die Sanierung des Gleisbettes war die Deutsche-Bahn-Tochter DB Netz AG zuständig. Die Züge des "Niers-Express" mussten seit 23. Dezember im Baustellenbereich besonders langsam fahren. Dadurch kam es in Fahrtrichtung Düsseldorf teilweise zu erheblichen Verspätungen. Das sollte ab Montag alles der Vergangenheit angehören, erklärte die Nordwestbahn noch am Freitag.

Doch es kam stattdessen noch schlimmer: Schon im morgendlichen Berufsverkehr sorgten am Montag Weichenprobleme für deutliche Verspätungen oder sogar Zugausfälle in Richtung Düsseldorf. Die Verspätungen zogen sich bis in den Nachmittag hin. Die Nordwestbahn wies auf die DB Netz AG hin, die für die Weichen zuständig sei. Offensichtlich hatte der plötzliche Frost die Weichen einfrieren lassen.

Für Pendler, die mit dem Zug um 17.39 Uhr von Düsseldorf in Richtung Krefeld-Goch-Kleve fuhren, kam es dann viel dicker. Der RE 10 fuhr am Düsseldorfer Hauptbahnhof noch einigermaßen pünktlich ab, blieb dann aber plötzlich auf offener Strecke bei Meerbusch-Osterath stehen. Der Zug schleppte sich dann noch bis zum Bahnhof Osterath.

RP-Leserin Siglinde Brouwers stand wegen der Zugausfälle stundenlang in der Kälte. Sie pendelt täglich von Duisburg nach Kleve. "Eigentlich sollte um 18.06 Uhr der Zug von Düsseldorf aus in Krefeld eintreffen. Erst wurde eine Verspätung von elf, später dann von 20 Minuten angekündigt. Schließlich wurde die Zugfahrt auf unbestimmte Zeit verschoben", sagt Brouwers.

Zwei Stunden lang stand sie gemeinsam mit anderen Pendlern bei eisigen Temperaturen frierend auf dem Bahnsteig. "Niemand hat uns geholfen. Eine Halle zum Aufwärmen gibt es in Krefeld nicht. Noch nicht einmal ein warmes Getränk wurde uns angeboten", kritisiert die Kleverin. Irgendwann entschied sie sich, nach Duisburg zurückzufahren. Dort riet ein Schaffner ihr, mit einem ICE nach Düsseldorf und von dort mit dem Regionalexpress 5 nach Emmerich zu fahren. Nachdem Brouwers um 22.30 Uhr in Düsseldorf in den RE 5 eingestiegen war, erreichte der Zug um 23.28 Emmerich. Von dort aus nahm sich Brouwers gemeinsam mit vier weiteren Pendlern ein Taxi nach Kleve.

Eine Entschädigung sei ihr seitens der Deutschen Bahn oder der Nordwestbahn nicht angeboten worden. Auch sei ihre Anfrage bei der Nordwestbahn, ob diese einen Ersatzverkehr nach Krefeld einrichten könne, abgelehnt worden, betont Brouwers. Jetzt will sie gemeinsam mit weiteren betroffenen Pendlern juristisch gegen das Unternehmen vorgehen. Auch von der Politik ist Brouwers enttäuscht. Von ihr wünscht sie sich mehr Unterstützung. Brouwers: "Der Vorfall vom Montag ist kein Einzelfall. Der RE 10 ist ständig verspätet und oft überfüllt. Außerdem funktionieren die Toiletten meist nicht."

Quelle: RP
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