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Geldern
Niersexpress - zu früh oder zu spät

Geldern: Niersexpress - zu früh oder zu spät
Laut einer Schülerin des Berufskollegs am Ostwall fährt der RE 10 ab Nieukerk in Richtung Geldern regelmäßig mehrere Minuten zu früh ab. Die Bahn schließt das kategorisch aus. FOTO: gerhard seybert
Geldern. Eine Kundin ärgert sich, weil Züge in Nieukerk zu früh abfahren würden. Das sei aber quasi ausgeschlossen, sagt ein Unternehmenssprecher. Er beteuert: "Es gibt keine zu frühen Abfahrten auf der Linie RE 10." Von Sina Zehrfeld

Die Nordwestbahn muss sich mit äußerst ungewöhnlichen Klagen über "Unpünktlichkeit" ihrer Züge auseinandersetzen. Eine Pendlerin aus Kerken ärgert sich über Züge, die nicht zu spät, sondern - so ihr Eindruck - zu früh abfahren würden. Die Schülerin des Berufskollegs am Ostwall fährt regelmäßig morgens vom Bahnhof in Nieukerk mit dem Niersexpress nach Geldern. Planmäßige Abfahrt: 7.25 Uhr; da säße sie dann pünktlich um 8 Uhr im Unterricht. Tatsächlich würden die Züge aber immer mal wieder, meistens ein- oder zweimal in der Woche, mehrere Minuten zu früh abfahren; etwa um 7.20 oder 7.21 Uhr.

"In letzter Zeit kommt das immer öfter vor. Das ist echt nervig. Ich sehe viele Leute zum Zug rennen", berichtet die junge Frau. Und all diejenigen, die mit dem Bus zum Bahnhof kommen, hätten überhaupt keine Chance, den Zug zu erwischen. "Wozu gibt es überhaupt die Fahrpläne, wenn sich keiner daran hält?", fragt sie. Das könne doch eigentlich gar nicht angehen.

Kann es wirklich nicht, kontert die Nordwestbahn mit einer Portion Ratlosigkeit. "Verspätungen kann man in dem komplexen System Eisenbahn nie komplett ausschließen. Aber dass Züge in Nieukerk zu früh abfahren, ist nahezu unmöglich", sagt Unternehmenssprecher Maik Seete.

Erstens verfüge der Schaffner selbstverständlich über eine korrekte Liste mit Abfahrtszeiten und eine Funkuhr. Zweitens sind die Züge mit einem GPS-System ausgestattet: "Das gleicht die Uhrzeit mit den Ist-Soll-Positionen ab". Die Technik erfasse exakt, wo ein Zug zu welcher Zeit ist, und übermittele die Werte an eine zentrale Datenbank. Diese habe man gecheckt, so Seete. Ergebnis: "Es gibt keine zu frühen Abfahrten auf der Linie RE 10."

Schlussendlich passiere der Zug nach der Ausfahrt aus dem Bahnhof einen Bahnübergang. "Bevor unser Zugführer das Signal bekommt, dass er rausfahren kann, lässt der Fahrdienstleiter da die Schranke runter", führt Seete aus. Und das tue der erst dann, wenn der Fahrplan es zulasse. "Es gibt also eine zweite Person, die überprüft, dass der Zug nicht zu früh abfährt."

Maik Seete fällt nur eine Erklärung für die Beobachtungen der Kundin ein. Normalerweise fährt der Niersexpress im Halbstundentakt von Nieukerk ab. Zu den Stoßzeiten am Morgen sind aber zusätzliche Verbindungen dazwischengeschaltet. Wenn nun ein Zug, der um 7.07 Uhr fahren sollte, mit gut zehnminütiger Verspätung losrollt, dann könne das für die Kunden so aussehen, als wäre der spätere Zug zu früh unterwegs.

Maik Seete rät, die VRR-App zu nutzen. Da gebe es immer aktuelle Informationen zum Fahrplan.

Quelle: RP
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