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Kerken
Nieukerks musikalische Märchenstunde

Kerken: Nieukerks musikalische Märchenstunde
Der Musikverein Nieukerk unter der Leitung von Tobias Liedtke vertonte Märchen der Gebrüder Grimm. FOTO: gerhard Seybert
Kerken. Im Adlersaal wurden die Streiche von Max und Moritz vorgelesen und instrumental begleitet. Auch "Schneewittchen und die sieben Zwerge" wurde vom Musikverein Nieukerk und Dirigent Tobias Liedtke vertont. Es gab viel Applaus. Von Bianca Mokwa

Wie hört es sich an, wenn der Königssohn durch den Wald reitet, um kurz darauf Schneewittchen zu retten? Das konnten die aufmerksamen Zuhörer bei der Märchenstunde des Musikvereins Nieukerk am Wochenende im Adlersaal hören und erleben. Unter dem Dirigenten Tobias Liedtke erfolgte eine Vertonung des bekannten Märchens der Brüder Grimm.

Die Lesung dazu übernahm Stephanie Rous. Die betonte die dramatischen Szenen so gekonnt, dass mancher Zuhörer tatsächlich zusammenzuckte, wenn es einmal besonders bedrohlich wurde. Mit dem Auftreten der bösen Stiefmutter in der vorgelesenen Geschichte veränderte sich auch die Musik. Dunkle Töne, die die Düsternis geradezu heraufbeschworen, untermalten die schlimmen Vorhaben der bösen Königin.

Nach dem klassischen Märchen versucht die Stiefmutter, das Schneewittchen erst mit einem zu eng geschnürten Gürtel, dann einem vergifteten Kamm und als letztes Mittel mit einem vergifteten Apfel zu töten. Das Schlagen der Trommeln macht auf das drohende Unheil aufmerksam. Musik und Stimmung ändern sich, als der Königssohn in der Geschichte auftaucht. Jagdklänge ertönen, und die einsetzende Musik macht deutlich: Es wird ein gutes Ende nehmen. Aber erst, nachdem die Stiefmutter in rot glühenden Schuhen tanzte und tot zu Boden fiel. Das Arrangement der Musiker gipfelt in einem Filmmusik ähnelnden Ausklang voll schöner Melodie. "Anders, als man es kennt, werden sich Sprecher und Musik vereinigen", hatte Daniela Gubbels in der Anmoderation gesagt. Und damit den Besuchern nicht zu viel versprochen.

Vor dem Märchen Schneewittchen bekamen die Kinder und Erwachsenen die Streiche von Max und Moritz vorgelesen. Im Anschluss an jeden Streich spielten die Musiker und ahmten mit ihren Instrumenten nach, was sich bei Schneider Böck und der Witwe Bolte ereignet hatte. Auch da bildeten Stephanie Rous und Dirigent Tobias Liedtke ein eingespieltes Team.

Vor den beiden literarisch-musikalischen Stücken hatte allerdings der Nachwuchs seinen großen Auftritt. Die Youngsters des Musikvereins Nieukerk stimmten mit "Wenn der Elefant in die Disco geht" und "Hey, Pipi Langstrumpf" auf den musikalisch-märchenhaften Familiennachmittag ein. Bekannte Melodien zum Mitsummen lieferte im Anschluss das Jugendorchester mit "Biene Maja" und "Der rosarote Panther". Beide Nachwuchsorchester wurden von Alexandra Claßen dirigiert und bekamen den wohlverdienten Applaus als Anerkennung für ihre Leistung.

Am Ende des Nachmittags verabschiedete die Moderatorin Daniela Gubbels das Publikum mit dem Satz "Wir entlassen Sie jetzt wieder in die Wirklichkeit." Es war ein Nachmittag mit einer ungewöhnlichen, aber auf den Punkt passenden Kombination aus Text und Musik, mit engagierten Musikern und Instrumenten, die nicht jeder Musikverein hat. Als Beispiel seien Fagott und Bassklarinette genannt. "Impulse setzen, über den Tellerrand hinausschauen", nennt Dirigent Tobias Liedtke die Idee hinter der musikalischen Märchenstunde. Dafür gab es viel Applaus.

Quelle: RP
 
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