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Geldern
Offene Ateliers: Künstler geben Einblick in ihr Schaffen

Geldern. "Hereinspaziert, gucken, fühlen, anfassen und fragen", animierte "Filzhand"-Inhaberin Monika Derrix Interessierte, ihr beim Filzen von Luftkissen-Hüllen zuzuschauen. "Wir Gelderner wissen zu wenig, was wir in Geldern alles haben", meinte sie. Beim Rundgang durch die offenen Ateliers ließ sich das ändern. Von Liss Steeger

Insgesamt 13 Teilnehmer dieser zum sechsten Mal stattfindenden Aktion öffneten ihre Ateliers und präsentierten ihre Kunst und Werke. Die Ideengeberin des Rundgangs, Nanni Wagner, präsentierte ihren "Malraum" im Atelierhof Brühlscher Weg. Sie "malt" derzeit mit der Nähmaschine, losgelöst von allen Regeln. Gleich nebenan verwendet Kunstlehrer Jörg Möller als Druckstücke alles, was aus Holz ist. Die Ateliergemeinschaft mit der Gruppe "Farbwerk" hat für den seit vier Wochen in Geldern wohnenden Syrer Burhan Mohammed eine Nische gefunden, wo er bildhauerisch tätig sein kann.

Gabriele Hesse ist von der Architektur über Keramikdesign zur Zeichnung von asiatischer Calligrafie gekommen. "Der Kontrast von Schwarz auf Weiß erzeugt Bewegung und Spannung", sagt sie. Für Monika Bänsch sollte der "Rundgang" nicht nur Ausstellungscharakter haben. Neben der Betrachtung ihrer Skulpturen konnte man bei ihr Passepartouts stempeln. Mit Enkaustik (Wachsfarben mittels Maleisen auftragen) beschäftigt sich Anna Elisabeth Soppe. Außerdem hat sie für den Rundgang ein langes Bohlenbrett mit 20 niederrheinischen Impressionen bestückt.

Im gemeinsamen Innenhof waren auch die Arbeiten von Benn Pit van Lück zu sehen, der kürzlich ein Holzrelief als Selbstportrait gearbeitet hat. Seine große Installation mit etwa 200 bis 300 Uhren drückt aus, wie die "Zeit vergeht". Das Gegenständliche ist für die autodidaktische Künstlerin Monika Lieps nicht zwingend. In ihren ausgefallenen und fantasievollen Werken (Mischtechnik auf Papier und Holz) verarbeitet sie Eindrücke vom Urlaub. Die diplomierte Produktdesignerin Karine Gamerschlag zeigte ihre den "Nanas" nachempfundenen dicken Damen, die frostfest gebrannt werden. "Die Form prägt die Aussage, manchmal unterstützt durch Farbe, Dekor und konträre Materialien", erklärt sie. Ateliergemeinschaftsinhaber Tobias Herrmann zeigte am Ostwall Selbstportraits und gegenständliche Arbeiten, zu denen er von kleinen Fotos inspiriert wurde.

Glasmalerin Ruth Smitmans stellte ihre Specksteinarbeiten sowie ihren handgearbeiteten Glasschmuck aus. Mit dabei war auch Nina Stiber, die ihrer gegenständlichen Malerei treu geblieben ist. Derzeit malt sie Oldtimer und fährt zu deren Treffen.

Quelle: RP
 
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