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Gelderland
Offener Ganztag: Protest vor Landtag

Gelderland: Offener Ganztag: Protest vor Landtag
Caritas-Mitarbeiter aus dem Gelderland demonstierten für die Kampagne der Freien Wohlfahrtspflege "Gute OGS darf keine Glückssache sein". FOTO: caritas
Gelderland. Caritas-Mitarbeiter demonstrierten für bessere Rahmenbedingungen.

Der Caritasverband Geldern-Kevelaer ist an 15 Schulen im südlichen Kreis Kleve für das Betreuungs- und Förderangebot für Schüler im Offenen ganztag zuständig. Dabei stoßen die Mitarbeiter und auch die Caritas - ebenso wie praktisch alle anderen Träger - an die Grenzen der Machbarkeit, berichtet die Caritas selbst. Daher unterstützten Caritas-Kräfte aus dem Gelderland die Kampagne der Freien Wohlfahrtspflege "Gute OGS darf keine Glückssache sein" und demonstrierten vor dem Landtag in Düsseldorf für bessere gesetzliche Rahmenbedingungen.

"Es geht um die kognitive und soziale Begleitung unserer Kinder in einer wichtigen Lebensphase. Deshalb muss die Offene Ganztagsbetreuung an Schulen durch verbindliche Festlegung von Standards, höhere Etats, eine einheitliche Förderung in NRW und eine verlässliche gesetzliche Regelung gesichert und weiter ausgebaut werden", betont Andreas Becker, Vorstand des Caritasverbandes Geldern-Kevelaer.

Die Situation in den Ganztagen sei hinlänglich bekannt: Es gebe praktisch keine gesetzlich geregelten Anforderungen für personelle, pädagogische oder räumliche Standards. Gleichzeitig werde den OGS-Trägern nur eine Mindestfinanzierung zugesichert, die nur bei guter Finanzlage von der jeweiligen Kommune noch aufgestockt werde. Es sei also tatsächlich Glückssache, ob ein Kind in einer Kommune zur Schule geht, die die Mittel des Offenen Ganztag freiwillig aufstockt. Ansonsten werde es eng: "Die Mindestfinanzierung in klammen Kommunen reicht nicht aus. Für die Betreuung und Förderung der Kinder bräuchten wir eigentlich doppelt so viele Mittel", sagte der Vorsitzende der Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege Andreas Johnsen bei der Kundgebung in Düsseldorf.

Dort bekräftigte die Freie Wohlfahrtspflege ihre Forderungen für eine Verbesserung der Situation in den Offenen Ganztagen: Die Festlegung von verbindlichen Standards, um Bildungschancen zu verbessern; höhere Etats und eine einheitliche Förderung in Nordrhein-Westfalen; einen klaren gesetzlichen Auftrag, vergleichbar mit den Regelungen für Kitas; zusätzliche Ausbauprogramme, damit alle Eltern, die sich einen OGS-Platz für ihr Kind wünschen, diesen auch bekommen können.

Die beiden zuständigen Minister, die neue Schulministerin Yvonne Gebauer und der neuen Familienminister und stellvertretende Ministerpräsident Joachim Stamp, nahmen diese Forderungen entgegen und sicherten zu, die Träger der Freien Wohlfahrtspflege zu Gesprächen einzuladen, um gemeinsam Lösungen und Verbesserungsmöglichkeiten auszuloten.

Quelle: RP
 
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