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Dietz Dallmann Und Annette Theyhsen
Palliativtag: Ein würdiges Lebensende

Dietz Dallmann Und Annette Theyhsen: Palliativtag: Ein würdiges Lebensende
Im Issumer Wohlfühlhaus haben Annette Theyhsen und Dietz Dallmann ihre Praxis. Sie weisen auf die Bedeutung des Palliativtages hin. Die Veranstaltung findet in Geldern statt. FOTO: gerhard seybert
Geldern. Am Samstag findet im Gelderner Bürgerforum in der Zeit von 10 bis 15 Uhr eine Informationsveranstaltung des Palliativnetzwerkes Niederrhein statt. Im Interview erklären Ärzte aus Issum, warum jeder dort hingehen sollte.

Beim Palliativtag in Geldern am Samstag, geht es da den ganzen Tag ums Sterben?

Dietz Dallmann Es geht ja nicht um das Sterben, sondern um das Leben in der letzten Lebensphase. Das ist das Credo der Hospizmedizin. Hospize sind ja auch keine Sterbehäuser, sondern Lebehäuser, auch wenn es um Menschen geht, die sterbenskrank sind und denen die Schulmedizin die Krankheit nicht mehr nehmen kann.

Was ist die Aufgabe der Palliativmedizin?

Dallmann Ziel ist es, zum Lebensende hin das Leben so gut wie irgend möglich zu machen. ANNETTE THEYHSEN Das bekommt man durch Teamwork hin, bei der Palliativversorgung arbeitet nie eine Fachgruppe alleine. An vorderster Front sind natürlich die Pflegenden, die mit dem Arzt zusammenarbeiten. Aber auch Seelsorger, Therapeuten, die ambulante Hospizgruppe sind mit im Boot, um sich für die Menschen, die palliativ behandelt werden, und ihre Familien einzusetzen.

Warum ist psychologische Beratung für Betroffene und ihre Angehörigen wichtig?

Dallmann Weil eine unheilbare Krankheit auch eine seelische Belastung für einen Menschen ist, und weil es auch Schmerzen gibt, die seelische Schmerzen sind. THEYHSEN Es gibt Schmerzen, die nicht zu begründen sind, da stecken zum Beispiel seelische Konflikte hinter. Da helfen auch keine Medikamente allein.

Wer sollte denn zum Palliativtag im Gelderner Bürgerforum kommen? Nur derjenige, der damit zu tun hat?

Dallmann Jeder sollte vorbeikommen. Die Veranstaltung bietet gebündeltes Wissen und Angebote rund um die spezielle ambulante Palliativ-Versorgung für Laien, aber auch für Ärzte und Menschen, die im Pflegebereich tätig sind. Ein wichtiges Thema, was jeden betrifft, ist der Palliativausweis. Darin kann festgehalten werden, dass der Sterbenskranke auf eigenen Wunsch zu Hause bleiben kann und dort mit Mitteln der Palliativmedizin versorgt wird und nicht gegen seinen Willen ins Krankenhaus eingewiesen wird.

Warum ist das wichtig?

Theyhsen Ältere Menschen können so in ihrer gewohnten Umgebung bleiben. Man weiß zum Beispiel, dass bei alten Menschen, die Schwierigkeiten mit ihrem Gedächtnis haben, jede Veränderung zu einem Schub der Vergesslichkeit führen kann.

Hat Palliativmedizin dann nicht auch ganz viel mit Menschenwürde zu tun?

Dallmann Ja, gerade weil es keine Sterbemedizin ist, sondern Lebensbegleitung. THEYHSEN Und wenn der Mensch zum Beispiel zu Hause in seiner gewohnten Umgebung bleiben kann, macht das auch ganz viel mit seinem Gefühl. Er fühlt sich selbstbestimmt und nicht fremdbestimmt.

Was genau erwartet die Besucher alles beim Palliativtag in Geldern?

Theyhsen Für die Besucher besteht die Möglichkeit, sich rundum zu informieren. Es wird verschiedene Vorträge geben, das Netzwerk stellt sich vor und die ambulante Hospizgruppe, die Sterbeamme Nicole Füngerlings ist vor Ort, es wird auch um alternative Behandlungsmethoden gehen, und neben dem Palliativausweis werden auch Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung thematisiert. Der Tag bietet die Gelegenheit, sich nicht nur zu informieren, sondern auch miteinander ins Gespräch zu kommen.

DIE FRAGEN STELLTE BIANCA MOKWA.

Quelle: RP
 
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