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Pferdekrankheit "Druse" in Issum gemeldet – bislang ein Fall

In einer Reitschule ist ein Tier erkrankt und wieder genesen. Inhaberin plädiert für Meldepflicht und sieht sich Anfeindungen ausgesetzt. Von Sina Zehrfeld

Im Stall der Reitschule "Double L Ranch" ist bei einem Pferd die Krankheit "Druse" diagnostiziert worden. Man habe sofort umfangreiche Sicherheitsvorkehrungen ergriffen, berichtet Sabine Feldmann. "Wir haben vorsichtshalber alle Pferde, die ein bisschen anfällig sind, mitbehandeln lassen", erzählt sie. Neun Tiere stehen jetzt in einem Quarantänestall unter Beobachtung, allerdings zeigte bis am Sonntag kein weiteres davon Druse-Symptome. Die Tierärztin kontrolliert die Lage täglich. Druse ist hoch ansteckend und unangenehm; die Krankheit geht mit vereiternden, aufbrechenden Lymphknoten einher. Allerdings heilt sie trotz des unschönen Verlaufs normalerweise folgenlos aus, wenn sie ärztlich behandelt wird.

So war es auch beim betroffenen Pferd von Sabine Feldmann. Dennoch ist für ihren Betrieb jetzt schon ein hoher wirtschaftlicher Schaden entstanden. Allein die vorsorgliche Behandlung der Tiere koste tausende Euro, erklärt Feldmann. Zudem waren viele Unterkünfte für Gast-Pferde gebucht, die zu anstehenden Veranstaltungen in der Region wollten. Diese Buchungen hat Feldmann storniert. Und Eltern kündigten Reitverträge ihrer Kinder.

Fast noch mehr treffen Feldmann aber Reaktionen von Außenstehenden, die sie überhaupt nicht nachvollziehen kann. Sie bekomme Anrufe, es gebe Beschimpfungen, Anfeindungen in sozialen Netzwerken im Internet, da würden Horror-Bilder von erkrankten Pferden verbreitet, erzählte sie am Sonntag: "Wir geraten in Verruf, als hätten wir uns die Druse freiwillig geholt", sagte sie wütend. Sie findet das vor allem deshalb ungerecht, weil sie freiwillig informiert und für Sicherheit gesorgt habe. "Wir haben sofort alle Ställe in der Umgebung gewarnt", zählt sie auf. Kontakte fremder Tiere zu ihren Pferden habe sie unterbunden: "Kein Pferd kommt auf den Hof oder verlässt ihn."

Auch die Reitschüler habe man umfassend aufgeklärt und zu größter Vorsicht gemahnt. Alles auf freiwillige Initiative, betont sie: "Ich hätte das auch verheimlichen können." Sie kritisiert, dass die Druse nicht mehr meldepflichtig ist. Denn sie wird nicht nur von Pferd zu Pferd übertragen, sondern auch durch Menschen oder Gegenstände. Zudem können auch Pferde Überträger sein, die selbst symptomfrei sind und – zum Beispiel – für Turniere durch die Gegend reisen. "So verbreitet sich das immer wieder und weiter", so Feldmann. Nur mit einer amtlichen Meldepflicht lasse sich die Sache wirklich eindämmen. Auf ihrer Ranch gibt es derzeit 25 Pferde, sowohl Schul- als auch Privatpferde.

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