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Geldern
Ponter Archiv macht Geschichte lebendig

Geldern. Mit Münzen aus der Römerzeit über ein Eisernes Kreuz bis zu Schultornistern aus den 30er Jahren: Bei der Ausstellung konnten Stücke bewundert werden, welche die Historie des Ortes illustrieren. Von Christoph Kellerbach

Das Motto für die Ausstellung könnte eigentlich auch sein: "Kleines Dorf, große Geschichte". Denn was der "Ponter Archiv-Ausschuss" des Heimat- und Fördervereins am Samstag und Sonntag auf die Beine gestellt hat, war eine Augenweide für Freunde der Ortsgeschichte im Speziellen und Liebhaber historischer Artefakte im Allgemeinen. Zum Gelingen trugen auch die St.- Antonius-Bruderschaft, die Freiwillige Feuerwehr, die Frauengemeinschaft, der Kirchenchor sowie die Brasilienhilfe bei. Letztgenannte versorgte die Besucher mit Kaffee und Kuchen, denn schließlich gab es vieles zu entdecken.

Der "Archiv"-Mitarbeiter Willi Tissen zeigte zum Beispiel seinen persönlichen Schatz, einen Schultornister aus der Vorkriegszeit, der dem Bruder seiner Mutter gehört und den er selbst 1961 zur Einschulung getragen hatte. Weiter präsentierte er eine Korrespondenz-Sammlung zwischen CDU-Politiker Theo Lohmann und Bundeskanzler Konrad Adenauer sowie anderen historischen Persönlichkeiten. Auch Luftpost-Propaganda und eine Hochwassermarke von der Niers von 1890, aus der Nähe der jetzigen Mülldeponie, zeigte er stolz. Denn all diese Gegenstände zu bewahren "ist wichtig, weil in allen Erlebnisse drinstecken, die sonst verloren gehen würden. Jetzt haben wir noch Generationen, die sich an solch eine Vergangenheit erinnern können, aber danach könnte man ohne ein Projekt wie dieses solche Sachen nicht mehr richtig einordnen".

Ein gutes Beispiel dafür sind die zahlreichen alten Arbeits- und Messwerkzeuge. "Einige von diesen Dingen kennt man heutzutage einfach nicht mehr", erklärte Thomas Kleinen, der zusammen mit Johannes Schmitz und Johannes Schreiber den Ausschuss des "Ponter Archivs" leitet. "Nehmen wir zum Beispiel diesen Tomatenmessring. Der wurde vor vielen Jahren zur Bestimmung des Marktwertes benutzt." Begeistert machte Kleinen weiter: "Auch gab es früher mal einen 'Kriegsverein' hier. Das war ein Verein, der sich auf Kriege vorbereitet und diese als hohes Gut verherrlicht hat. Solche Kuriositäten aus heutiger Sicht findet man, wenn man richtig sucht."

Aber es gibt natürlich auch viele, die sich direkt um das Archivieren kümmern. Etwa Johannes Schmitz. Der erfasst seit 1982 die Geschichte der Nachbarschaft an der Dondert. In bislang zwei großen Bänden "ist alles festgehalten ab 1979. Familienereignisse, Feste, Trauermomente, einfach alles", so Schmitz. "Der letzte Eintrag ist vom 4.6. Das Beste ist, dass man so einfach alles Wichtige auf einen Blick hat." Und "alles Wichtige auf einen Blick" ist ein wichtiger Stichpunkt, denn das "Ponter Archiv" bittet alle Mitbürger, einmal auf ihren Speichern und in ihren Kellern, ihren Archiven und Sammlungen nachzuschauen, ob sie Geschichtsträchtiges finden können. Denn bevor diese Schätzchen aus Versehen auf dem Müll landen, sollen diese ihren Weg zum Archiv finden. Wer etwas gefunden hat, wende sich an Johannes Schmitz, der unter Telefon 02831 87105 zu erreichen ist.

Quelle: RP
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