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Wachtendonk
Präsentation schicker Autos gehört zu seinem Metier

Wachtendonk: Präsentation schicker Autos gehört zu seinem Metier
FOTO: Joachim Erkens
Wachtendonk. Auf dem großen Parkplatz der Firma "Car Service Erkens" im Müldersfeld in Wachtendonk steht eine nicht zu verachtende Anzahl auf Hochglanz polierter Neuwagen. Auch einige Oldtimer sind im Eingangsbereich der Firma zu finden. Namhafte Hersteller schicken ihre nigelnagelneuen Modelle nach Wachtendonk zu den Brüdern und Geschäftsführern der Firma, Joachim und Jörg Erkens.

Die Oldtimer sind allerdings das Privatvergnügen der Firmeninhaber. Denn auch in ihrer Freizeit dreht sich fast alles um Autos. Besonders stolz ist Geschäftsführer Joachim Erkens auf seine "Miss Sophie" - ein alter Austin, Baujahr 1934. "Das ist der älteste, den wir haben", sagt er.

Die Brüder, beide gelernte Kfz-Mechaniker, sind mit ihrer Firma im März nach Wachtendonk gezogen, um da größer zu werden. Erkens: "In Krefeld sind wir aus allen Nähten geplatzt. Da mussten wir was Neues bauen." Die gute Verkehrsanbindung, potenzielle Kunden und Mitarbeiter aus den Niederlanden durch die Nähe zur Grenze sind außerdem gute Argumente gewesen, dass die Firma da ihre neuen Räume gebaut hat. 1993 wurde die Firma in Krefeld gegründet - seitdem sind immer neue Aufgaben dazu gekommen, erzählt Erkens: "Das waren die Wünsche unserer Kunden - und wir haben einfach nicht nein gesagt."

Das Erscheinungsbild des Unternehmens hat bei den Anwohnern allerdings erst mal für Verwirrung gesorgt. "Wir sehen zwar aus wie ein Autohaus, sind aber keins", fasst Erkens zusammen. Denn das Kerngeschäft der Firma ist es eigentlich, neue Modelle für die Presse optimal vorzubereiten. Das heißt aber nicht, die Autos auf Hochglanz zu polieren, erklärt Erkens: "Hier werden die Fahrzeuge Probe gefahren, eingefahren, wir achten auf Windgeräusche, auf die richtigen Spaltmaße und passen alles richtig an. Und zwar solange, bis das Problem weg ist." Alles in der topmodernen Werkstatt am neuen Standort, ergänzt Bruder Jörg Erkens: "Wir haben hier die modernste Autovermessung. Wir stellen die Autos ein, testen die Leistung, die kommen auf die Waage." Erst dann geht das Fahrzeug an die Motorjournalisten: "Wir modifizieren nichts, sondern versetzen das Auto einfach in seinen bestmöglichen Zustand", erklärt Joachim Erkens. Die Infos gehen bei groben Abweichungen aus der Wachtendonker Werkstatt auch an den Hersteller.

Ums Optische geht's aber auch. Zum Beispiel, wenn die Autos zu einer Messe gehen - wie der Internationalen Autoausstellung, sagt Joachim Erkens: "Wir gucken dann, dass das optimal präsentiert wird - zum Beispiel bauen wir indirekte Beleuchtung ein."

Allerdings haben die Brüder Erkens noch weitere Standbeine. Joachim Erkens etwa ist spezialisiert auf Typgenehmigungen - im Fachjargon "Homologation" genannt. Wenn ein neues Automodell auf den Markt kommt, muss das nämlich erst zugelassen werden. "Da gibt es 56 Einzelrichtlinien, die in diesem Zusammenhang erfüllt werden müssen", sagt Erkens. Die Firma kümmert sich für verschiedene Hersteller darum, schaut, dass die Hersteller alle Richtlinien einhalten, bereitet die Dokumentation vor, arbeitet mit dem TÜV zusammen.

Auch die Entwicklung und die Marktbedürfnisse behalten sie im Blick: "Als die grüne Plakette für die Umweltzone kam, konnten Dieselautos ohne Rußpartikelfilter gar nicht mehr verkauft werden. Auch der Wert für einen Gebrauchtwagen sinkt bei sowas im Wert. Wir haben uns für unsere Kunden dann um die Nachrüstung gekümmert."

Außerdem kümmern sich die Mitarbeiter von "Car Service Erkens" um Rückrufaktionen, um Kundenzufriedenheit, überführen Fahrzeuge und betreiben zudem ein Call-Center für Kunden eines Autoherstellers. Der Neubau in Wachtendonk hat Platz geschaffen für acht neue Mitarbeiter - 43 sind es jetzt insgesamt.

Erst jüngst ist noch ein weiteres Standbein dazu gekommen - auch wieder auf Wunsch von außen, sagt Joachim Erkens: "Die Anwohner kamen und dachten, dass sie hier Autos kaufen können. Das geht mit den Neuwagen allerdings nicht. Also haben wir jetzt junge Gebrauchtfahrzeuge zum Verkauf hier."

Quelle: RP
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