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Geldern
Premiere für neue Audienz beim Kaiser

Geldern: Premiere für neue Audienz beim Kaiser
Bürgermeister Sven Kaiser (Foto links) hatte zur ersten Sprechstunde eingeladen. Diese Gelegenheit nahmen Anna Deselaers, Katja Stenmans und Thomas Westerfeld (Foto rechts) von den Pfadfindern gerne wahr. FOTO: seybert
Geldern. Fast 30 Gelderner nutzen die Chance, um an der Bürgersprechstunde mit Sven Kaiser teilzunehmen. Der Rathaus-Chef ist zufrieden. 17 Gespräche hat er geführt. Durchschnittliche Dauer: 10,76 Minuten. Von Lutz Küppers

Die Gelderner Pfadfinderstamm St. Maria Magdalena ist gleich in Vorstandsstärke angerückt. Während Rathaus-Mitarbeiter immer wieder Stühle aus dem einen oder anderem Büro für Neuankömmlinge nachholen, warten Anna Deselaers, Katja Stenmans und Thomas Westerfeld schon geduldig auf dem tristen Flur.

Ein bisschen sieht es aus wie im Wartezimmer beim Arzt. Und auf Grund der vielen Wartenden achtet jeder darauf, dass niemand sich vordrängelt. Schließlich haben sie sich alle in eine Liste bei Sekretärin Claudia Elspaß im Vorzimmer eingetragen. Als Sven Kaiser dann auf dem Gang erscheint und den Namen des nächsten Wartenden aufruft und ihn persönlich ins Büro bittet, fehlt eigentlich nur noch der weiße Kittel. Und ein Doktor-Titel.

"Wir wollen uns auch bei ihm als Verein mal vorstellen", begründet Deselaers das Kommen des Pfadfinder-Vorstandes. Doch einen konkreten Anlass gibt es auch: "Unser 45 mal zehn Meter großes Zelt kommt derzeit bei den Flüchtlingen an der Landwehrhalle zum Einsatz. Und nach drei Monaten sieht es schon etwas ramponiert und vermoost aus", erklärt Stenmans. Da erhofft sich das Trio Hilfe von Kaiser. Doch erst mal ist Warten angesagt.

Detlef Düring hat dagegen sein Gespräch mit dem noch relativ neuen Bürgermeister, der im Wahlkampf mehr Bürgernähe versprochen hat, schon hinter sich. "Er macht einen guten Eindruck", so der Veerter, der sich unter anderem mehr Beleuchtung vom Spitsweg Richtung B 9 wünscht. Sein Eindruck von Kaiser und dem neuen Angebot? "Ich finde es gut, mit ihm persönlich zu bestimmten Zeiten reden zu können. Und auf mich macht er einen sehr angenehmen Eindruck."

Ein Urteil, das Melanie Uhlmann bestätigt. "Ich habe einen positiven Eindruck erhalten. Er wirkt nett und sehr bürgernah." Die Hartefelderin wusste vorher, dass der Bürgermeister ihr Anliegen nicht einfach so würde durchwinken können. Schließlich könne er ja nichts für die Verordnung des Landes, dass Kinder im Offenen Ganztag auf jeden Fall bis 15 Uhr in der Schule bleiben müssten, obwohl sie eher abgeholt werden könnten, um dann mit den Eltern zu essen. Uhlmann: "Aber er hat sich alles notiert und will sich dann entsprechend informieren."

Eine Vorgehensweise, die Kaiser in allen 17 Gesprächen, die im Durchschnitt 10,76 Minuten dauern, als Grundlage festgelegt hat. Diese Zeitmessung seiner Sekretärin soll übrigens künftig dabei helfen, lange Wartezeiten zu vermeiden, wie er später in einem Fazit erklären wird. "Einen bunten Gemischtwarenladen an Themen" wird er die drei Stunden mit intensivem Bürger-Nahkontakt später beschreiben. Ob es in Zukunft vielleicht auch eine Art Terminvergabe für die Bürgersprechstunde geben wird? Fakt ist jedenfalls, dass das nächste Angebot dieser Art erst mal in der Premieren-Version über die Bühne gehen wird.

Nach 75 Minuten Warten sind auch die Pfadfinder an der Reihe. Eine knappe Viertelstunde später kommt das Trio gut gelaunt wieder aus dem Büro. "Er war super freundlich und nett. Und er hat uns gesagt, dass es nicht sein könne, dass wir als Ehrenamtler auch noch auf den Kosten für eine Reinigung des Zeltes sitzen bleiben dürfen", so Deselaers. Er wolle sich um eine Lösung kümmern.

Quelle: RP
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