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Geldern
Premiere in alter Scheune erfolgreich

Geldern. Ausstellung "Sonne, Mond und Sterne" zeigt in ungewöhnlichem Ambiente die Werke einiger Künstler. Musik vom Gelderner Chor "Art & Weise". Gespräche mit den Besuchern sollen auch als Inspirationen für künftige Arbeiten dienen.

Einladend warm leuchtete es durch den schmalen, geöffneten Spalt des großen Scheunentores auf dem Hof der Steinwerkstatt Lepper im Wemb. Im großzügigen Scheuneninneren hatte Steinbildhauerin Lisa Lepper zahlreiche Skulpturen, Gemälde und Objekte von befreundeten Künstlern zur Ausstellung "Sonne, Mond und Sterne" vereint. Die Werke standen nicht nur nebeneinander, sie gingen ins Zwiegespräch und nutzten den Raum.

Ein rostiges Rohr an der Wand leitete den Blick mitten in ein Gemälde der niederländischen Malerin Trix Rijpkema. An einer alten Holztür wirkten die Bleistift- und Tuschelinien auf vier länglichen Gemälden gleich doppelt filigran. Die Struktur der Alabasterarbeiten von Lisa Lepper kam unter der gut positionierten Beleuchtung besonders zur Geltung. Und ihre Bearbeitung zog den Blick förmlich ins Innere des Steins.

Ein dicker Mann aus Stein stand besonnen und stolz auf seiner steinernen Säule mitten im Raum, ihn hatte das jüngste Mitglied der Steinwerkstatt Lepper geschaffen, die Bildhauerin Johanna Behl. Im Kerzenschein fesselten die Blicke aus Hüttenlehm und Öl auf den Gemälden von Klaus Girnus. Wer sich vertiefte, entdeckte zahlreiche weitere Wesen, die sich auf dem Holzuntergrund tummelten. Neues gab es auch bei der Keramikerin Anke Dahmen-Wassenberg zu entdecken: Aktuell stellt sie mit verschieden durchgefärbtem Ton feine marmorierte Tongefäße her.

Einiges in der Scheune offenbarte sich erst bei genauerem Blick oder beim zweiten Rundgang. Nach einem Besuch bei der Gold- und Silberschmiedin Antje Witzler aus Kevelaer, die in einem Nebenraum der Werkstatt ihre vielseitigen Arbeiten präsentierte, und erwärmt von einem Punsch wagten viele Interessierte diesen zweiten Blick in die Scheune.

Einen stimmungsvollen Höhepunkt bot der Auftritt des Chors "Art & Weise" aus Geldern. Der Frauenchor unter Leitung von Beate Dethmers-Janicke unterstrich mit seinem professionellen und wunderbaren Klang die Stimmung des Raumes und der Zeit. Und so stimmte beim abschließenden Gospel "This little light of mine" das ergriffene Publikum gerne mit ein.

"Genau so hatte ich mir das vorgestellt," freute sich Lisa Lepper, als die letzten Besucher noch den Glühwein von Markus Nießen in ihrer Steinwerkstatt oder dem zweiten Ausstellungsraum auf dem Gelände genossen und dabei von leckeren frischen Hefeküchlein naschten. Es wurde viel erzählt und gemeinsam gelacht. Mitten drin alle beteiligten Künstler.

"Wir möchten unsere Kunst stets weiter entwickeln. Die Ausstellungen sind dabei immer Ziel und Neubeginn zugleich. Sie bieten uns eine schöne Gelegenheit, Dinge fertig zu stellen, abzuschließen und mit dem Publikum zu teilen. Der Austausch mit unseren Gästen bringt dann wertvolle Inspirationen für die weitere Arbeit," erklärt Lisa Lepper ihr Anliegen. Die Ruhe - Zeit, die Werke auf sich wirken zu lassen - und das gute Gespräch standen im Vordergrund. Erfreut war die Gastgeberin auch über die gute Besucherresonanz. Die nächste Gelegenheit, in die besondere Atmosphäre der Steinwerkstatt Lepper in Wemb einzutauchen, bietet die 2. Landpartie am Niederrhein am 10. und 11. Juni. Und auf eine Wiederholung der gelungene erste Herbstausstellung dürften sich auch viele freuen.

Quelle: RP
 
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