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Straelen
Presslufthammer statt Planschen

Straelen: Presslufthammer statt Planschen
Überall, außer in den Becken und Duschen, müssen Handwerker die Fliesen austauschen. Betroffen ist eine Fläche von 1300 Quadratmetern. Der Beginn der Estricharbeiten ist für den 24. Juli geplant. FOTO: Gerhard Seybert
Straelen. Im Schwimmbad "Wasserstraelen" haben umfangreiche Sanierungsarbeiten begonnen. Auf einer Fläche von 1300 Quadratmetern müssen die Fliesen erneuert werden. Die Wiedereröffnung ist für Mitte Oktober geplant. Von Michael Klatt

Chlorgeruch hängt in der Halle. Die Becken sind, schon aus statischen Gründen, mit Wasser gefüllt. Doch wo sonst die Juchzer planschender Kinder und spritzende Fontänen nach Kopfsprüngen Jugendlicher zu hören und sehen sind, füllt das Rattern von Presslufthämmern die Gehörgänge. Bauarbeiter statt Badegäste bestimmen das Bild im "Wasserstraelen". Im Straelener Schwimmbad haben umfangreiche Sanierungsarbeiten begonnen.

Bernd Kuse (l), Prokurist der Betreibergesellschaft Aqua Fit, und Betriebsleiter Frank Zicklam begutachten die ersten Arbeiten am ehemaligen Thekenbereich. FOTO: Seybert, Gerhard (seyb)

Die sind notwendig, weil die Abdichtung zwischen den Fliesen und dem Untergrund fehlerhaft ist. Das führte zum Abplatzen von Fliesen, was nicht nur unschön aussah, sondern auch ein Sicherheitsproblem darstellte. "Außer in den Becken und Duschen müssen wir überall die Fliesen austauschen", berichtet Bernd Kuse, Prokurist der Betreibergesellschaft Aqua Fit GmbH. Betroffen ist eine Fläche von 1300 Quadratmetern.

Und die musste erst einmal freigeräumt werden. "Wir haben nur noch einen einzigen Büroraum, den wir nutzen können", sagt Betriebsleiter Frank Zicklam. Der Rest wird während der Bauarbeiten als Lager benutzt, zum Beispiel für die Umkleideschränke oder den Bistrotresen, von dem nur der L-förmige Grundriss auf dem Boden zurückgeblieben ist. Die Demontage ging schneller als gedacht. Deswegen liegt die Sanierung laut Kuse auch leicht vor dem Zeitplan.

Die Freibäder und Badeseen im Kreis Kleve FOTO: AP, AP

In vier Abschnitte ist das Vorhaben eingeteilt: Bistro, Umkleidebereich, Fitnessbereich sowie Springer- und Schwimmerbereich. So soll verhindert werden, dass sich Estrichleger und Fliesenleger ins Gehege kommen. Ab morgen wird abschnittweise der Wandanschluss hergestellt. Der Beginn der Estricharbeiten ist für den 24. Juli geplant, drei Tage später sollen die ersten neuen Fliesen angebracht werden. Damit diesmal bei der Abdichtung alles richtig gemacht wird, wird der Bauleiter des Büros Planungsgruppe Bad aus Neuss ein besonderes Auge auf die Handwerker haben. Kuse: "Dieses Unternehmen ist in Badbau und -sanierung sehr bewandert."

Laut Terminplan soll der letzte Bereich am 17. September fertig sein. Es schließen sich die Reinigung und Montage des Mobiliars an. Danach folgt die normalerweise in den letzten zwei Sommerferienwochen übliche Phase, während der die Becken geleert und gereinigt werden sowie das Wasser aufbereitet wird. Die Wiedereröffnung von "Wasserstraelen" ist am 18. Oktober vorgesehen.

Wer wie viel bei dieser Sanierung bezahlen muss, steht noch nicht fest. "Das Gerichtsverfahren wegen der fehlerhaften Abdichtung läuft parallel", teilt der Aqua-Fit-Prokurist mit. Im September ist ein Anhörungstermin angesetzt. Im schlimmsten Fall bleiben rund 440 000 Euro bei der Stadt hängen. Diese Summe ist im Haushalt als zusätzliche Auszahlung an die Aqua Fit GmbH bereitgestellt.

Quelle: RP
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