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Kerken
Proben für den "Zerbrochenen Krug"

Kerken. In der Aula der St.-Petrus-Grundschule in Aldekerk treffen sich seit Monaten knapp ein Dutzend Laienschauspieler, um Theater zu spielen. Ihre Freiluft-Aufführungen bilden den Auftakt und das Ende des "Kerkener Kultur-Sommers". Von Stefan Kriegel

Die Aula der St.-Petrus-Grundschule Aldekerk ist nur spärlich möbliert: Tisch, Bett, einige Stühle stehen mitten im Zuschauerraum. "Wir proben hier lieber als auf der direkt daneben liegenden Bühne", berichtet Karl Flasch. Er ist Hauptdarsteller und künstlerischer Leiter der Aufführung von "Der zerbrochene Krug". Dieses Stück bildet den Auftakt und das Ende des anstehenden "Kerkener Kultur-Sommers" (die RP berichtete mehrfach/siehe Info-Kasten).

Bereits vor drei Jahren, beim ersten "Kultur-Sommer", führte Flasch mit seinem Laien-Ensemble den "Jedermann" unter freiem Himmel auf. "Es war schon immer mein Traum, den Jedermann wie in Salzburg open air zu präsentieren", berichtet der Theaterfreund. Das ist ihm damals gelungen. Ende 2010 entwickelte er mit Bürgermeister Dirk Möcking und seinem mittlerweile verstorbenen Freund Manfred Körfer ein entsprechendes Konzept für den Kultur-Sommer 2012. Nach einer kurzen Atempause findet dieses Großangebot an kulturellen Veranstaltungen seine Fortsetzung.

Flasch blickt gerne zurück: Es seien tolle Aufführungen bei gutem Wetter gewesen. Nun komme mit "Dem zerbrochenen Krug" auch noch ein Stück hinzu, das nicht so ernst sei wie der "Jedermann", wirft der künstlerische Leiter einen ersten Ausblick und blickt auf die Entstehungsgeschichte des aktuellen Stücks. Seit dem Herbst sitzt das Kernteam mit Karl Flasch, künstlerischer Leiter und Hauptdarsteller als Richter Adam, Ralf Bloemers, Erwin Baetzen sowie Bühnenmeister Andreas Spitzner zusammen. Es folgten erste Leseproben mit dem gesamten Team, das aus etwa zehn Personen besteht. Seit November spielen alle in der Aula der Grundschule, jede Woche dienstags etwa zwei Stunden. In diesem Zusammenhang dankt der künstlerische Leiter der Schulleitung und dem Hausmeister ausdrücklich für die Unterstützung.

Langsam trudeln die Schauspieler, die ansonsten unter anderem im "Theater Große für Kleine", im Mundarttheater Nieukerk oder im ökumenischen Kirchentheater aktiv sind, ein. Einige Kostüme und Requisiten bringen sie gleich mit, um authentischer zu wirken. Dazu gehören natürlich die Robe und der Klumpfuß für Richter Adam und der zerbrochene Krug. "Viele Dinge konnten wir uns aus dem Fundus des Kameradschaftlichen Liebhabertheaters (KLT) Straelen ausleihen", erzählt Flasch. Besondere Möbelstücke für die Bühne hätten sie auch von der Firma Pasquesi, einem Antikhandel aus Eyll, bekommen.

Dann beginnen die Proben. Deutlich bemerkt der Zuhörer, dass der letzte Schliff noch fehlt. Die Souffleuse Kathi Quinders muss öfters helfen. Auch beim Hauptdarsteller sitzt noch nicht der komplette Text. "Viele Theaterbesucher bewundern immer die Schauspieler, die lange Monologe auswendig sprechen. Doch das ist oft nicht das Problem, sondern der richtige Einsatz an der richtigen Stelle. Bei den vielen Flüchen von Richter Adam muss beim Einsatz auch der richtige Fluch getroffen werden", erläuterte der Hauptdarsteller Hintergründe der Probe.

Doch deutlich spürt der Beobachter die Freude der Darsteller am Spiel. Textunsicherheiten oder falsche Einsätze werden mit viel Humor überspielt. Trotzdem agieren alle Beteiligten mit großem Ernst und sind voll konzentriert bei der Sache. Dass die Besucher bei den beiden Veranstaltungen in Aldekerk und Nieukerk ein besonderes Theatererlebnis erwartet, damit hat der Beobachter dieser Probe nicht zu viel versprochen. Vor allem: Es folgen eventuell noch eine Zusatz- und natürlich noch die Generalprobe.

Quelle: RP
 
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