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Gelderland
Probleme mit Glasfaser-Anschlussquote

Gelderland: Probleme mit Glasfaser-Anschlussquote
In vielen Orten lief gestern die Frist für die Nachfragebündelung aus. Die Werbeplakate werden sicher noch länger stehen bleiben. FOTO: Latzel
Gelderland. In den wenigsten Fällen waren am gestrigen Stichtag die geforderten 40 Prozent an Verträgen erreicht. Neueste Aktionstage müssen aber noch ausgewertet werden. Ungebrochener Optimismus bei den Verantwortlichen im Rathaus. Von Michael Klatt

Die 40 muss stehen für das schnelle Internet. Wenn so viel Prozent sich per Vertrag für den entsprechenden Anschluss entschieden haben, will die "Deutsche Glasfaser" den Breitbandausbau vornehmen. Gestern war für viele Städte und Gemeinden im Gelderland der Stichtag. Und nach den aktuellen Zahlen mit Stand vom vergangenen Freitag, die das Unternehmen auf seiner Homepage veröffentlicht, haben wohl die wenigsten das Ziel erreicht. Nur Kervenheim hatte mit 41 Prozent das Soll erfüllt. Teilweise waren die "Nachfragebündelungen", wie die niederländische Firma die Vertragsaufkommen nennt, noch ein gutes Stück von der erforderlichen Quote entfernt.

In Brüxken/Rieth/Broekhuysen stehen 36 Prozent zu Buche. Wachtendonk/Gelinter liegen bei 15 Prozent. Wankum/Aerbeck/Kuckeskamp kommen auf 28 Prozent. In Sevelen/Vorst/Oermten haben sich bisher 24 Prozent für den Glasfaseranschluss entschieden. Ähnlich sieht es in Nieukerk/Winternam aus (25 Prozent). Stenden/Aldekerk/Rahm/Eyll/Obereyll rangieren bei 27 Prozent. Weeze bringt es bislang auf 14 Prozent.

Obwohl die geforderten Werte fast durch die Bank offensichtlich nicht geschafft wurden, wollte Nicole Holländer, bei der "Deutschen Glasfaser" zuständig für das Marketing in der Region, gestern in keinem Fall das Aus verkünden. "Wir brauchen noch bis Ende dieser Woche, um die neuesten Zahlen aufzuarbeiten und uns ein genaues Bild zu machen", sagte sie. Es habe am Wochenende einige Aktionstage in der Region gegeben, von denen die Vertragsabschlüsse noch auszuwerten seien. "Alleine in Kerken und Wachtendonk gab es beim Aktionstag 200 Verträge", berichtete die Marketing-Frau. Dazu kämen noch die Online-Abschlüsse und die per Post eingegangenen Verträge. Da sei noch einiges in Bewegung. Sie ließ durchblicken, dass bei einem "super positiven Trend" auch ein Wert nicht weit unterhalb von 40 Prozent reichen könnte.

Oder aber, dass die Zeichnungsfrist verlängert würde. Entsprechende Andeutungen für Kerken und Sevelen hat Issums Wirtschaftsförderer Franz-Josef Hüls während des jüngsten Gesprächs mit dem Unternehmen registriert. Dort sei man offensichtlich nicht so unzufrieden. "Die Bürger sollten diese Alternative für eine in die Zukunft gerichtete Technik nutzen", meint Hüls, der zuversichtlich ist, dass Issum die angestrebten 40 Prozent doch noch schafft. Für das Altbierdorf selbst, das den Stichtag am 7. November hat, stehen bislang drei Prozent zu Buche.

Den selben Wert erreicht zurzeit Straelen-Stadt, wo ebenfalls am 7. November abgerechnet wird. Auwel-Holt/Herongen mit dem selben Stichtag bringen es derzeit auf vier Prozent. Im Heronger Pfarrheim findet heute um 19 Uhr eine Info-Veranstaltung statt. Es sei zwar hier und auch bei den Stadtteilen mit Stichtag gestern noch Luft nach oben, räumt Straelens Wirtschaftsförderer Uwe Bons ein. Was aber an seinem Optimismus nichts ändert. Doch "ohne engagierte Bürger und Vereine klappt es nicht", weiß er. Kerkens Bürgermeister Dirk Möcking sieht in der Initiative die für absehbare Zeit letzte Chance, das Glasfasernetz zu bekommen. Wie die Verantwortlichen in den übrigen Kommunen teilt er die Zuversicht, dass man das Ziel erreichen kann. "Wir geben weiter Gas."

Sky sei übrigens prinzipiell empfangbar, antwortet Nicole Holländer von der "Deutschen Glasfaser" auf Leserfragen. "Aber nicht über unser eigenes Fernsehpaket, sondern parallel übers Internet."

Quelle: RP
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