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Rp-Serie 50 Jahre Kinder- Und Jugendpychiatrie An Der Lvr-Klinik (9)
Projekte gegen Vorurteile und Tabus

Rp-Serie 50 Jahre Kinder- Und Jugendpychiatrie An Der Lvr-Klinik (9): Projekte gegen Vorurteile und Tabus
Fachkrankenschwester Sabine Boothe und Facharzt Amir Djawadi vor dem Haus 47. FOTO: Markus van Offern
Geldern. Mit einem Tag der offenen Tür will die Kinder- und Jugendpsychiatrie ihren Geburtstag feiern und über die Arbeit einer modernen Fachabteilung aufklären. Neues Angebot für Schulen: Amir Djawadi und Sabine Boothe informieren Schüler. Von Matthias Grass

Kreis kLEVE Die Arbeit ist modern, das Therapeutenteam breit aufgestellt. "Unsere kinder- und jugendpsychiatrische Ambulanz hat in der breiten Bevölkerung eine gute Akzeptanz und wird sehr geschätzt, da wir eine kurze Wartezeit zur ambulanten Versorgung der Kinder haben. Wir behandeln jährlich in der Ambulanz rund 2900 Patienten im Alter von drei bis 18 Jahren", blickt Klaus Conrad, Psychotherapeut und Leiter der Ambulanz für Kinder- und Jugendpsychiatrie der LVR-Klinik Bedburg-Hau, auf die Arbeit seiner Abteilung.

Dennoch: Das Fachgebiet hat immer noch mit "Vorurteilen" und "Tabus" zu kämpfen, sagt Dr. Ursula Kirsch, Chefärztin der Kinder- und Jugendpsychaitrie. Daran will man arbeiten: Bald steigt das große Sommerfest, das zu einem Tag der offenen Tür einlädt und auch das goldene Jubiläum der Fachabteilung der LVR-Klinik feiern soll. Darüber hinaus bietet die Kinder- und Jugendpsychiatrie ein neues Angebot für Schulen an. "Um den Familien, die hier versorgt werden, einen informativen Einblick in die Arbeitsweise zu geben und insbesondere den Blick hinter die Kulissen einer Station zu gewähren, laden wir zur Geburtstagsfeier ein", sagt Kirsch. Das Fest soll helfen, Tabus abzubauen und über die Arbeit der Kinder- und Jugendpsychiatrie informieren. Es steigt am Samstag, 24. September, 11 bis 17 Uhr auf dem Gelände der LVR-Klinik Bedburg-Hau mit einem Tag der offenen Tür, mit buntem Rahmen- und Jubiläumsprogramm zum gemeinsamen Geburtstag auf dem Gutshof, in der LVR-Paul-Moor-Schule, die 15 Jahre alt wird, und in der Kinder- und Jugendpsychiatrie.

Zu den Infos über die diversen Therapieangebote gibt's ein buntes Rahmenprogramm und Kaffee und Kuchen. Eine Fotoausstellung von Caro Ketelaer dokumentiert den Aufenthalt einer Jugendlichen in der Kinder- und Jugendpsychiatrie von der Aufnahme bis zur Entlassung, es gibt von 11.30 bis 17 Uhr alle halbe Stunde Vorträge zu aktuellen Themen und Therapieverfahren, von 12 bis 16 Uhr stündlich Stationsführungen. Die Reittherapie lädt ein, Kinder können sich schminken lassen, es gibt die Hüpfburg, Büchsenwerfen, einen Grillstand und nicht zuletzt Aufführungen auf der Bühne.

Im Jubiläumsjahr hat zudem Amir Djawadi, Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie, zusammen mit Sabine Boothe, Fachkrankenschwester für psychiatrische Pflege und Fachkraft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, das neue Angebot für Schulen entwickelt. "Gerade im schulischen Umfeld fallen immer häufiger psychische Erkrankungen von Schülern auf und werden zum Problem", sagt Djawadi. "Mobbing und Ausgrenzungen aus der Gruppe im schulischen Alltag - davon berichten immer mehr unserer Patienten", erklärt er. Aber das ist nur die eine Seite. "Wir wollen auch über Tabus und Vorurteile gegenüber psychiatrischen Erkrankungen reden und sie abbauen und gleichzeitig über unsere Angebote informieren", sagt Maria Ebbers, Sprecherin der LVR-Klinik.

Die Idee einer Gesprächsveranstaltung in Kooperation mit Schulen ist von Sabine Boothe und Amir Djawadi inzwischen mit Leben gefüllt worden, erklärt Ebbers weiter. Sie waren an der Ganztagsrealschule in Kleve an der Hoffmannallee und sprachen dort mit Schülern einer 9. Klasse. "Die Schüler haben zu dem Thema viele Fragen gestellt und zeigten sich den Problemen, die sich durch psychische Erkrankungen entwickeln können, sehr aufgeschlossen. Es kam zu einem intensiven Austausch, durch den wir viele Tabus und überholte Vorstellungen von Psychiatrie zu Recht rücken konnten", berichtet Sabine Boothe nach dem ersten Schulbesuch - der zum Pilot für das neue Angebot wurde. Man sei zudem von der Schulleitung, dem Kollegium und der Schulsozialarbeiterin super unterstützt worden. Boothe und Djawadi bieten jetzt Schulen an, nach Rücksprache in die Klassen zu kommen. Dort informieren sie über die Arbeit der Fachabteilung und diskutieren mit den Schülern über psychische Probleme, über Vorurteile und Tabus und erklären, wie moderne Psychiatrie funktioniert.

Sie werden aufzeigen, dass die Notfallsprechstunde rund um die Uhr zu Verfügung steht, dass nicht nur Boothe und Djawadi mit ihren jungen Patienten in der Ambulanz und auf Station mit den Medien vernetzt sind, die die Kinder und Jugendlichen auch nutzen. "Wir schreiben SMS und Mails", sagt Sabine Boothe, die Fachkraft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, auch außerhalb der LVR-Klinik ihre Patienten betreut.

Schulen können sich bei Djawadi melden, Telefon 02821 813440, oder sich an das Sekretariat unter Telefon 02821 813403 wenden.

Quelle: RP
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