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Geldern
Quintett erfüllt Gelderns Pfarrkirche

Geldern. "Vokales Kaleidoskop" als Motto des Konzerts vom "Ensemble transparent". Werke von Felix Mendelssohn-Bartholdy und Joseph Gabriel Rheinberger auf dem Programm. Viel Applaus für Vokalquartett und Organistin. Von Udo Spelleken

Mit einem der ersten bedeutenden Orgelwerke des 19. Jahrhunderts von Felix Mendelssohn- Bartholdy eröffnete Jessica Bücker an der Orgel das jüngste Geistliche Konzert in Gelderns Pfarrkirche St. Maria Magdalena. Zu Gast war das "Ensemble transparent".

Ohne Übertreibung hat der Komponist mit diesem sanften und glorreichen Werk "Präludium und Fuge in G-Dur op. 37 Nr. 2" den Übergang nach der Barockzeit in das zweite Zeitalter der Orgelmusik der Klassik und Romantik eingeleitet. Dabei wurde Bücker den technischen und interpretatorischen Anforderungen überlegen spielend absolut gerecht.

Das Gesangsquartett begann mit dem ersten der "Drei geistlichen Lieder" op.96.1 von Bartholdy "Lass, o Herr, mich Hilfe finden". Maria Regina Heyne (Sopran), Louise Rijs (Alt), Martin Endrös (Tenor) und Dieter Lorenz (Bariton) entwickelten auf der Orgelempore vom leisen Pianissimo bis hin zum voluminösen Fortissimo mit dezenter Orgelbegleitung eine brillante Klangqualität, die der Musik einen ganz besonderen Zauber entlockte. "Vokales Kaleidoskop" hatten die Künstler als Motto für das Konzert gewählt, das den Ablauf einer Heiligen Messe widerspiegelte.

Mit einer überragenden Klangkultur, eindrucksvollem Einfühlungsvermögen und erstaunlicher Wandlungsfähigkeit boten die vier Sänger in Joseph Gabriel Rheinbergers "Kyrie" und "Gloria" aus der Messe "Misericordias Domini" eine stets am Text orientierte und dramatisch klug angelegte Formkonzeption. Ebenso das "Sanctus" und "Benedictus" sowie das "Agnus Dei" aus dieser Messe, die zwar eine für Rheinberger typische traditionsverhaftete Harmonik demonstrierte, jedoch auf Wirkung und Fasslichkeit der Klangschönheit ausgerichtet waren.

Die für Rheinberger so typische Synthese von romantischer Tonsprache, klassischer Klarheit, traditionellen Formen und kontrapunktischer Durcharbeitung erfuhr das Publikum mit der "Cantilena" aus der Sonate Nr. 11 für Orgel solo von Jessica Bücker in einer optimalen Wiedergabe. Das kontrapunktische Geflecht war stets sehr gut durchhörbar. Die Bachschen Choralbearbeitungen zu Martin Luthers "Christ, unser Herr, zum Jordan kam" und "Vater unser im Himmelreich" interpretierte Bücker flexibel und ausdrucksvoll an der Orgel, hell und klar in hohen Registern, aber auch mit voluminösem, dabei sauberen Bass.

Es gab viel Applaus für ein exzellentes Vokalquartett und eine ausgezeichnete Organistin.

Quelle: RP
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