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Geldern
Regen sorgt für Mückenplage

Geldern: Regen sorgt für Mückenplage
Seit Wochen stehen die Nierswiesen unter Wasser, und noch ist kein Ende in Sicht. Wo Wasser nicht fließt, legen Mücken gerne ihre Eier ab. 14 Tage vergehen bis zum Schlüpfen. FOTO: Klaus-Dieter Stade
Geldern. Die langanhaltende "Regenzeit" am Niederrhein dürfte, sobald es wieder wärmer wird, reichlich Mücken hervorlocken. Fachleute geben Tipps, wie man die Plagegeister ganz ohne Chemie im Zaum halten kann. Fließgewässer kein Problem. Von Anja Settnik

Es muss ja nicht gleich die Asiatische Tigermücke sein, die uns sticht und möglicherweise den einen oder anderen Niederrheiner mit einer ernsten Tropenkrankheit infiziert. Schon die gewöhnlichen europäischen Stechmücken reichen völlig aus, um hiesigen Menschen einen lauen Abend zu verderben oder sie um ihre Nachtruhe zu bringen. Dass der Sommer, der noch gar nicht so richtig begonnen hat, ein mückenreicher wird, darüber sind sich Fachleute und leiderprobte Laien aber einig: bei soviel Regen und stehendem Wasser auf Wiesen und in Pfützen!

Schon im April und Mai hatte es viel Regen gegeben, an das nasse Wetter im Juni muss man noch nicht erinnern - es hält ja weiterhin an. Margret Heinz vom Niersverband bestätigt nach Rücksprache mit ihren Wasser-Fachleuten, dass Stillgewässer und überflutete Wiesen natürlich "ideale Mückenbrutstätten" seien. "Schön angewärmte" Teiche und Pfützen, die keine Chance haben, auszutrocknen, seien für die Aufzucht von Mückenlarven "optimal". Die Niers selbst jedoch, bekanntlich ein Fließgewässer, ist kaum dran schuld, wenn es ordentlich summt und brummt: In ihrem fließenden Wasser werden keine Mückenlarven groß. Ohne Frage sind die ökologisch vorbildlichen Renaturierungsgebiete aber Bereiche, die Empfindliche jetzt besser meiden sollten.

Martin Brühne, Biologe beim Naturschutzzentrum des Kreises Kleve, hat Mücken auch nicht besonders gern um sich. Weil er aber schon von Berufs wegen von Chemie nicht viel hält, greift er zu anderen Tricks, um die Insektenplage nicht überhand nehmen zu lassen. "Wenn man bedenkt, dass es genügend Räuber gibt, die Mückenlarven sehr gerne vertilgen, ist es naheliegend, dies zu unterstützen. Ich habe zum Beispiel wie viele andere Leute eine Regentonne im Garten, auf deren Wasser sich reichlich Mückenlarven entwickeln. Aus anderen Gewässern habe ich ein paar Rückenschwimmer, eine Wasserwanzen-Art, gefangen und in der Tonne abgesetzt. Da haben die jetzt ihr Schlaraffenland und können sich monatelang an den Larven laben." Brühne hat noch einen Tipp für das Fangen von Rückenschwimmern (die tatsächlich mit dem Bauch nach oben auf der Wasseroberfläche paddeln): "Man sollte sie mit einem Netz fangen, denn die Tiere, die im Volksmund auch Wasserbienen genannt werden, können stechen." Statt eines Mücken- einen Bienenstich abbekommen - das würde in der Tat "vom Regen in die Traufe" bedeuten.

Ansonsten empfiehlt der Fachmann, alle Gefäße, die vergessen im Garten herumstehen, regelmäßig auszukippen. Insbesondere Blumentöpfe oder Vogeltränken würden gerne vergessen und seien prima Kinderstuben für Mücken. Nur 14 Tage vergehen von der Eiablage bis zum Schlüpfen - sehr rasch verlässt die neue Mückengeneration also den Blumentopf und sucht nach einer Nahrungsquelle. Wer genau hinsehe, könne die dunklen Ei-Pakete der Mücken auch abfischen und entsorgen. Noch etwas werde gerne vergessen, erklärt Martin Brühne: "Wenn eine Regenrinne nicht regelmäßig gesäubert wird und deshalb das Wasser nicht abfließen kann, ist auch die Rinne eine gute Anzuchtstation für Mücken."

Letztlich sollten Gartenbesitzer ihr grünes Reich so gestalten, dass sich Vögel, Fledermäuse, Wespen und Hornissen in ihm wohlfühlen, denn sie fressen Mücken oder ernähren damit ihren Nachwuchs. Und dann soll auch noch der Duft von Pelargonien und Tomaten die Plagegeister verscheuchen. Trotz allem: Lange Ärmel und Hosenbeine sind an langen Abenden sehr sinnvoll, wenn's später nicht jucken soll.

Quelle: RP
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