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Geldern
"Region ist alles andere als chancenlos"

Geldern. Die Nummern 43 sowie 87 und 482 haben das besondere Interesse bei Landrat Wolfgang Spreen hervorgerufen. Hinter der ersten verbarg sich die Adresse eines Orthopäden, die 87 stand für das Gesuch eines Urologen. Und mit der 482 forschte ein Psychotherapeut nach seinem neuen Tätigkeitsumfeld - gern auch im Kreis Kleve. Für wenige Stunden öffnete sich das Düsseldorfer Haus der Ärzteschaft zum Praxisbörsentag der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein. Und der Kreis Kleve war als einzige Gebietskörperschaft weit und breit mit einem neuen, Zielgruppen gerechten Messestand dabei. "Die Resonanz bei den etwa 250 Gästen des Samstags hat uns positiv überrascht. Wir gehen davon aus, dass wir mindestens zwei Gesprächspartner zur Intensivierung der medizinischen Versorgung im Kreisgebiet gefunden haben", so der Landrat optimistisch.

Es ist längst kein Geheimnis mehr, dass der Kreis Kleve mit derzeit etwa 190 niedergelassenen Ärzten vor einer Entwicklung steht, mit der ein Ärztemangel nicht mehr auszuschließen ist. Es sei denn, Initiativen wie die des Wochenendes zeigen nachhaltigen, mittelfristigen Erfolg. Auch deshalb ist der Kreis Kleve seit wenigen Jahren bemüht, junge Mediziner auf die wachsenden Chancen in den 16 Städten und Gemeinden des Kreisgebietes hinzuweisen, und zwar Chancen zur Übernahme einer Praxis, zur Gründung einer neuen oder zur Mitarbeit in Kooperation, was ebenfalls immer wieder gewünscht wird.

Auch gab es in der Vergangenheit junge angehende Mediziner, die sich für das Hospitationsmodell des Kreises interessierten, mit dem der Hospitant sich eine ortsansässige Praxis näher ansehen kann, Informationen über den Patientenstamm erhält, das Praxisteam kennenlernt und für alles dies als Hospitationsförderung 2000 Euro für fünf "Schnuppertage" erhält. Kurzum: Die Versuche, den Nachfolge-Problemen der Ärzte entgegenzuwirken, sind verschiedenartig.

Jetzt wurden in Düsseldorf auch die Visitenkarten mit einem Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe ausgetauscht, der sich die Zusammenarbeit im Rahmen einer Gemeinschaftspraxis oder eine Praxisübernahme wünscht.

Kurzum: Der Praxisbörsentag der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein in Düsseldorf wird seitens des Kreis Kleve als erfolgreich gewertet. Es gebe, so Landrat Spreen, alle Gründe, auch die nächsten Veranstaltungen dieser Art zu besuchen. Zwar seien auch die Vorlieben der Mediziner für die Ballungsräume, auch für Düsseldorf und Köln, deutlich zu Tage getreten. Aber die Region sei "alles andere als chancenlos."

Quelle: RP
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