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Geldern
Rheurdt baut sein ältestes Windrad ab

Geldern. Die Gemeinde Rheurdt baut ihre älteste Windkraftanlage ab. Wie die Verwaltung mitteilt, wurde das Enercon-18-Rad am Sportplatz in Rheurdt vor wenigen Tagen außer Betrieb genommen und soll verschwinden. Das von der Verwaltung betriebene Rad sei "nicht mehr rentabel". Von Stefan Gilsbach

Unter den Windrädern in Rheurdt, die noch in Betrieb sind, war diese Anlage zuletzt die älteste. Es war das zweite Windrad, das auf Gemeindegebiet errichtet wurde, und zwar im Jahr 1993, einer Zeit, als Windkraftanlagen noch ein positives Image hatten. "Das älteste Windrad hatte damals eine Gemeinschaft von Eigentümern in Saelhuysen bauen lassen", berichtet Bürgermeister Klaus Kleinenkuhnen. Diese Windkraftanlage gebe es aber nicht mehr.

Das Rad am Sportplatz mit einer Maximalleistung von 80 Kilowatt war für die Stromversorgung des Hallenbades errichtet worden. Überkapazitäten wurden ins Stromnetz eingespeist.

"Natürlich wurde nicht die gesamte Stromversorgung des Bads durch Windkraft gewonnen", erläutert der Bürgermeister. Auch Strom des RWE stand für die Einrichtung bereit.

Kleinenkuhnen hat an das Windrad am Sportplatz spezielle Erinnerungen: Er war damals, in den 90er Jahren, als Mitarbeiter der Gemeinde damit betraut worden, die Anlage zu warten. "Ich musste dafür von außen bis zu den Rotorblättern hochklettern, durch einen Gurt gesichert", erzählt er. Das war zum Beispiel nötig, wenn ein Not-Stopp passiert war. "Das kam vor, wenn der Wind zu stark wurde, dann stoppte die Anlage, damit die Welle nicht beschädigt wurde."

Die Kletterpartien am immerhin 28 Meter hohen Mast hinauf waren notwendig, weil die Firma Enercon, die das Modell gebaut hatte, damals nur im ostfriesischen Aurich vertreten war. Heute wäre das überflüssig. "Inzwischen hat das Unternehmen überall Kundendienste", sagt Kleinenkuhnen.

Die Gemeinde trennt sich aus pragmatischen Gründen von der Windkraftanlage. "Wenn man den Ertrag mit den Kosten der Reparaturen, die inzwischen notwendig sind, vergleicht, dann ist es einfach nicht mehr wirtschaftlich", sagt Kleinenkuhnen.

Quelle: RP
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