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Christoph Straeten
"Rucola-Carpaccio ist mein Lieblingsessen"

Geldern. Herr Straeten, herzlichen Glückwunsch zum Titel "Ackerbauer des Jahres"! War das schon immer Ihr Traum, diese Auszeichnung zu bekommen?

Christoph Straeten Für mich war es mehr eine Überraschung. Ich kannte die Auszeichnung bis Anfang des Jahres gar nicht. Der Ceres-Award wurde erst vor drei Jahren eingeführt, und ich habe in einer Fachzeitschrift davon gelesen. Das klang interessant, da habe ich mich einfach beworben.

Warum haben Sie sich auf Baby-Spinat, Mini-Mangold und Baby-Grünkohl spezialisiert? Warum nicht auf Spinat, Mangold und Grünkohl?

Straeten Der normale, altbekannte Blattspinat ist größer, er steht länger auf dem Feld und wächst länger. Er wird vor dem Verzehr gekocht. Baby-Spinat können Sie ungekocht verzehren, die Blätter sind weich. Das ist für den Endverbraucher praktisch, der Baby-Spinat ist mundgerecht und direkt verzehrfertig. Für diese Art des "Convenience Food" gibt es eine Nachfrage.

Welches Gemüse essen Sie privat am liebsten?

Das ist Deutschlands bester Ackerbauer

Straeten Rucola, nicht nur, weil wir ihn selber anbauen. Rucola-Carpaccio ist mein Lieblingsessen. Möhren esse ich auch gern, ich esse eigentlich jedes Gemüse gern.

Sie tragen ja nun den Titel "Ackerbauer des Jahres". Bevorzugen Sie den Begriff "Bauer" oder "Landwirt"?

Straeten Ich habe neulich gelernt, dass ein Bauer der ist, der einen eigenen Hof hat, und ein Landwirt jemand ist, der einen Hof gepachtet hat. So wie beim Gastwirt. Das wusste ich vorher auch nicht. Von Beruf bin ich ausgebildeter Gemüse-Gärtner. Aber ich habe mich bislang eher als Landwirt als als Bauer gesehen. Landwirt ist der etwas modernere Begriff.

Was glauben Sie, wie wird sich Ihr Leben durch die Auszeichnung verändern?

Straeten Ich hoffe, es ändert sich nichts oder nicht viel. Jetzt gerade ist das etwas Besonderes, es gibt viel Jubel, Trubel. Aber ich hoffe, dass es nächste Woche wieder normal weiter geht, wir wieder arbeiten wie bisher.

Was macht ein Ackerbauer im Winter, wenn auf den Feldern nichts wächst?

Straeten Im Winter machen wir tatsächlich Winterschlaf. Da gibt es keine Ernte. Wir bereiten uns für die nächste Saison vor, reparieren und warten die Maschinen. Und wir bauen Überstunden ab und machen Urlaub. Ich fahre im Winter immer weit weg, dahin wo es warm ist, auf die Südhalbkugel. Ab Ende Februar geht es mit der Arbeit wieder los.

LAURA SANDGATHE FÜHRTE DAS GESPRÄCH.

Quelle: RP
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