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Geldern
Saftige Haftstrafen für Serien-Einbrecher verhängt

Geldern. Sichtlich aufgelöst hörte der Angeklagte gestern im Klever Landgericht die Worte des Staatsanwaltes. Der warf dem 22-Jährigen vor, mit seinem ebenfalls angeklagten 21-jährigen Cousin seit November 2015 eine Reihe von Einbruchsdiebstählen in Goch, Kerken und Wesel begannen zu haben. Laut Staatsanwaltschaft wurden mindestens 69.000 Euro erbeutet. Die erste große Strafkammer folgte in großen Teilen den Ausführungen des Staatsanwaltes und verhängte gegen den 22-Jährigen eine Freiheitsstrafe von fünf Jahren und sechs Monaten, der 21-jährige Komplize muss für vier Jahre und sechs Monate hinter Gitter. Von Sabrina Peters

Gestanden hatten die Beschuldigten nur einen Teil der Taten. "Das Gericht ist aber überzeugt, dass Sie auch weitere Taten begangen haben", sagte der Vorsitzende Richter in seiner Urteilsbegründung. Insgesamt verurteilte die Kammer den 22-Jährigen in acht Fällen und den 21-Jährigen in sieben Fällen wegen des vollendeten sowie in je drei Fällen des versuchten Bandendiebstahls. Diese Fälle seien den Angeklagten unter anderem mit Hilfe von DNA-Spuren sowie der Auswertung von Funkzellenmasten, in denen die Handys der Angeklagten zur jeweiligen Tatzeit eingeloggt waren, nachzuweisen. In den weiteren zwei beziehungsweise drei angeklagten Fällen sind die Beschuldigten freigesprochen worden.

Bei den Opfern hatten die aus Albanien stammenden Cousins sich im Prozessverlauf entschuldigt. Dass ihnen das Ganze im Nachhinein unangenehm ist, zeigten sie auch gestern vor Gericht. Der Staatsanwalt führte in seinem Plädoyer aus, was die Taten mit den Opfern der Einbruchsdiebstähle gemacht hätten. Für sie sei nicht der materielle Schaden entscheidend, sondern die persönlichen Folgen durch den Eingriff in den persönlichen Lebensbereich. "Sie haben in die Privatsphäre eingegriffen, wo sich die Opfer geborgen und sicher gefühlt haben", erklärte der Staatsanwalt. Dies habe bei einer älteren Dame und einem neunjährigen Mädchen dazu geführt, dass sie nach der Tat mit großer Angst zu kämpfen haben. Außerdem hätten die Täter "das ganze Sicherheitsgefühl im Kreis Kleve beeinträchtigt".

Gefasst werden konnten die Räuber, die bei allen Taten mit einem Stein ein Fenster oder eine Tür zerschlugen, um in das Objekt zu gelangen, am 20. März. Die während dieses letzten Einbruchs herbeigerufene Polizei konnte die beiden Täter, von denen einer in einem Asylbewerberheim untergebracht war, unmittelbar nach der Tat schnappen und fand bei ihnen auch Diebesgut, das zum Teil auch aus vorherigen Einbrüchen stammte.

Quelle: RP
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