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Wachtendonk
Sandkaul: Aus der Kneipe wird ein Hotel

Wachtendonk: Sandkaul: Aus der Kneipe wird ein Hotel
Eingerüstet: Bagger und Gerüst belegen schon seit Wochen, dass sich an der Kempener Straße 1 einiges tut. Aus der ehemaligen Kult-Kneipe wird in Zukunft eine Mischung aus Hotel, Restaurant und Bistro. FOTO: Thomas Binn
Wachtendonk. Die Wachtendonker Kult-Kneipe ist geschlossen. Und in ihrer altbekannten Form wird es sie auch nicht mehr geben. Dort entsteht nun ein Hotelbetrieb mit Restaurant. Der Geist der Sandkaul soll aber erhalten bleiben. Von Antje Seemann

Das Baugerüst steht schon länger um das Haus "Kempener Straße 1" in Wachtendonk. Drinnen ist nur noch wenig von der einstigen Gaststätte zu erkennen: Der alte Holzboden ist weg, keine Tische, keine Stühle, keine Bar. Nur noch Holzbalken stehen im Raum, Kabel hängen von den Decken. Bis vor Kurzem sind hier noch Bands aufgetreten, Schützen und Karnevalsvereine haben im großen Saal gefeiert. "Wegen Umbau geschlossen" heißt es auf der Webseite der Gemeinde Wachtendonk.

Der Pächter, der die Kneipe betrieben hat, hat aufgehört. "Altersbedingt", sagt Claudia Burg. Sie und ihr Vater Hans Burg sind die Eigentümer des Gebäudes und hatten direkt Nachfolger parat. Andjelika Minokovic und Sveco Rajcevic standen auf der Matte. Für den Eigentümer sind die neuen Pächter keine Unbekannten, denn sie betreiben auch die benachbarte Wellness-Anlage "Art-Spa" und das Fitness-Studio auf der Kempener Straße - ebenfalls gepachtet bei den Burgs. Zusammen planen sie in der ehemaligen Sandkaul nun eine Mischung aus Hotel, Restaurant und Bistro.

"Synergieeffekte" versprechen sich die neuen Pächter davon. Die verschiedenen Betriebe sollen voneinander profitieren. Fitness, Wellness, Hotel und Restaurant - das passe einfach zusammen, sagt Minokovic: "Die Leute, die von weiter weg zu uns ins Art-Spa kommen, können hier dann auch übernachten." Die Gäste kommen nämlich nicht nur aus der direkten Umgebung, sondern auch aus Wuppertal, Düsseldorf, Essen... Wir hatten auch schon mal eine Gruppe Radfahrer aus den Niederlanden. Die kamen zu uns, weil sie dachten, das sei ein Restaurant."

Auch Hans Burg war von der Idee überzeugt, die Wellness-Anlage mit einem Hotel- und Restaurantbetrieb zu ergänzen: "Wachtendonk hat einen guten Fahrradtourismus und auch viele Touristen, die auf der Niers paddeln. Und die wollen hier zum Teil übernachten." Die Hotellage in der Gemeinde sei allerdings "dünn". Das soll das neue Konzept für die Sandkaul etwas ändern: Elf Zimmer soll das Hotel bekommen, mit insgesamt 22 Betten. Mit dem Restaurant zusammen brauchen Minokovic und Sveco Rajcevic zehn neue Angestellte für den Betrieb. 23 arbeiten bereits im Fitness-Studio und dem Art-Spa.

Trotz der vielen neuen Ideen: Einiges von dem Geist der alten Kneipe soll erhalten bleiben. "Die Sandkaul war und wird immer eine Institution sein. Das war die einzige große Kneipe in Wachtendonk", sagt Hans Burg. "Deshalb muss man auch hier reinkommen können, um nur ein Bier zu trinken." Auch der Saal soll laut dem Eigentümer bleiben, wie er ist: "Der wird nur neu gestrichen." Feiern, Hochzeiten, Schützenfeste sollen hier, wie gehabt, auch weiterhin stattfinden können. Aber auch Seminare und Schulungen soll es künftig in dem Saal geben.

"Es wird alles viel offener. Die Küche ist aus Glas. Man kann den Köchen dann in den Topf gucken", sagt Minokovic. Frühstück, Mittagstisch und eine Karte mit internationalen und gutbürgerlichen Gerichten soll es geben. "Bratkartoffeln auf jeden Fall auch", lacht die neue Pächterin. Nicht nur für die Hotelgäste, sondern für alle. Die ersten Veranstaltungen für die Gastronomie laufen schon - allerdings im Containerbetrieb. Das Hotel samt Restaurant und Bar soll im Herbst dieses Jahres eröffnen.

Quelle: RP
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